Schwules Pinguinpaar "entführt" Küken in dänischem Zoo

In Odense nahmen zwei Pinguine ein Jungtier in ihre Obhut, das von seinen Eltern allein gelassen worden war. Den folgenden Kampf im Gehege musste eine Tierpflegerin schlichten.

Auf Facebook dokumentierte der dänische Zoo den "Fall des entführten Pinguins".
Auf Facebook dokumentierte der dänische Zoo den "Fall des entführten Pinguins".
Auf Facebook dokumentierte der dänische Zoo den "Fall des entführten Pinguins". – Facebook/Odense Zoo

"Der Fall des entführten Pinguins" betitelte der Zoo von Odense, Dänemark, ein Video, das er am Dienstag auf Facebook stellte. Es ist ein kleines Familiendrama, das sich dort im Pinguingehege ereignete: Ein gleichgeschlechtliches Pärchen aus zwei männlichen Pinguinen nahm sich eines Kükens an, das von seinen Eltern allein gelassen worden war. Vermutlich hatte das Weibchen ein Bad genommen und das Männchen, das sich in der Zwischenzeit um den Nachwuchs kümmern sollte, war selbst schwimmen gegangen.

"Die Eltern sind verschwunden und das Kind wurde einfach entführt", sagte die Tierpflegerin Sandie Hedgegard Munck dem dänischen Sender „DR“. Das schwule Pärchen habe schon davor signalisiert, dass es gerne Nachwuchs hätte. Einen Tag lang habe es sich um das Küken gekümmert - und sich geweigert, es den leiblichen Eltern zurückzugeben. Schließlich attackierten diese die "Entführer", die Tierpflegerin musste eingreifen.

Nicht die erste Pinguinfamilie mit zwei Papas

Dass Pinguine Küken fremder Paare entführen, kommt auch in der Wildnis vor. Kaiserpinguine rauben etwa oft das Küken von Artgenossen, wenn ihr eigener Nachwuchs gestorben ist - meist aber nur für ein paar Stunden. Homosexuelle Pinguinpaare sind auch keine Seltenheit, sie wurden erstmals 1911 dokumentiert. 2009 haben im deutschen Zoo Bremerhaven zwei schwule Humboldtpinguine ein Küken adoptiert: Sie nahmen ein Ei, das die eigentlichen Eltern aus dem Nest gestoßen hatten, an und brüteten es abwechselnd aus. Ein ähnliches Ereignis aus dem New Yorker Zoo wird im Kinderbuch "Zwei Papas für Tango" nacherzählt.

Eine solche Chance soll auch das Pärchen im dänischen Zoo bekommen. Die Tierpflegerin gab ihm das Ei eines Weibchens, das es nicht selbst ausbrüten kann. Die schwulen Pinguine hätten sofort begonnen, zu brüten - wodurch sie abgelenkt waren und das "entführte" Küken zu seinen Eltern zurück konnte. "Der Frieden und die Idylle im Pinguingehege sind wieder hergestellt", beschließt der Zoo auf Facebook die Geschichte.

(Red.)

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