Eichhörnchen, Katzen und Hamster entern US-Airlines

Die Zahl der "Assistenztiere" auf den Flügen amerikanischer Fluggesellschaften nimmt rapide zu. Die skurrilen Zwischenfälle mit den tierischen Begleitern auch.

Katzen dürfen als emotionale Unterstützung mit an Bord.
Katzen dürfen als emotionale Unterstützung mit an Bord.
Katzen dürfen als emotionale Unterstützung mit an Bord. – Getty Images (Chris J Ratcliffe)

Das Bild ging um die Welt: Sicherheitskräfte schleppen eine Amerikanerin unter Beifall ihrer Mitreisenden aus einem Flugzeug der Frontier Airlines zurück in den Flughafen von Orlando. Grund dafür war das Eichhörnchen, das die Frau als emotionale Unterstützung mit an Bord nehmen wollte, was Frontier Airlines ihr untersagte. Der 1986 in Kraft getretene "Air Carrier Access Act" erlaubt Menschen mit Behinderung in den USA ausdrücklich, Assistenztiere wie etwa einen Blindenhund kostenlos auf Flügen mit US-Airlines mitzunehmen.

Doch in den vergangenen Jahren beklagt die Branche zunehmenden Missbrauch dieser Regelung. Denn die Voraussetzungen, um ein Tier mitnehmen zu dürfen, sind nicht sonderlich schwer zu erfüllen. Es genügt eine medizinische Bescheinigung, dass die Betroffenen etwa aus emotionalen Gründen auf das Tier angewiesen sind. Im Internet hat sich ein Schwarzmarkt für derartige Bescheinigungen entwickelt, wo die Gutachten rasch und billig zu erwerben sind, berichtet der britische "Economist".

Zigtausende Assistenztiere transportiert

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der transportierten Assistenztiere alleine bei United Airlines von 43.000 auf 76.000. Delta Airlines berichtet über eine Zunahme an "tierischen Zwischenfällen" wie Urinieren an Bord oder Attacken auf andere Passagiere von 84 Prozent zwischen 2016 und 2017.

Die Letztentscheidung, ob ein Assistenztier mitgenommen werden darf, obliegt den Fluglinien. Die Kreativität der Fluggäste kennt jedenfalls kaum Grenzen. Erst im Jänner wurde eine Frau mit ihrem "Assistenzpfau" einer United-Airlines-Maschine verwiesen.

Die Branche ringt um klare Regeln, um dem Problem Herr zu werden. Etliche Fluglinien verlangen nun ärztliche Atteste über die Gesundheit des Tieres oder legen Listen mit verbotenen Assistenztieren auf. Frontier Airlines will ab ersten November etwa nur noch wenige Tierarten als emotionale Unterstützung in die Kabine lassen. Erlaubt sind Katzen, Hunde - und Minipferde.

(red.)

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