Wenn ein Baby um 850 Euro auf Instagram angeboten wird

Indonesiens Polizei deckt einen Handel mit Babys auf. Soziale Netzwerke spielten dabei eine zentrale Rolle. Instagram-Sprecher: "Wir nehmen das sehr ernst."

(c) instagram

Indonesiens Polizei hat einen verstörenden Fall des Handels mit Babys aufgedeckt, der auch über das soziale Netzwerk Instagram lief. Die Betreiber eines Accounts gaben sich demnach als Agentur für Familienwohlfahrt aus. Zu sehen waren auf dem Profil Bilder von schwangeren Frauen, Ultraschallaufnahmen und eben Babys. Die Geschäfte selbst wurden danach über WhatsApp eingeleitet. Eine Telefonnummer war angegeben. Die Polizei sucht nach eigenen Angaben mindestens ein Baby, das tatsächlich verkauft wurde. 

Ein anderes Geschäft ist rechtzeitig aufgeflogen. Eine 22-jährige Frau war dabei, ihr elf Monate altes Baby um 15 Millionen Rupiah, umgerechnet 851 Euro, zu verkaufen. In das Geschäft waren auch ein Makler und der mutmaßliche Betreiber des Instagram-Profils eingeschaltet, der vom Käufer 140 Euro bekommen sollte. Alle vier wurden festgenommen.

Die Eltern sollen es nicht erfahren

Auf dem betroffenen Profil waren Berichten zufolge auch Babys zu sehen. Angegeben waren ihr Alter, ihr Aufenthaltsort und ihre Religion. Indonesien ist das größte muslimische Land der Welt. Auch eine Konversation zwischen den Betreibern des Profils schien den Berichten zufolge auf der Instagram-Seite auf. Eine Frau schrieb darin, sie sei im siebenten Monat schwanger und wolle nicht, dass ihre Eltern davon erfahren. Ein anderes Bild soll eine schwangere Frau gezeigt haben, die ihren Aufenthaltsort angab und eine Telefonnummer, unter der sie zu erreichen sei. Der Kauf oder Verkauf der Babys wurde freilich nie explizit erwähnt.

Ein Sprecher von Instagram teilte gegenüber der "Presse" mit: "Unsere Richtlinien verbieten eindeutig schädliche und kriminelle Aktivitäten inklusive deren Planung. Dazu gehört auch Menschenhandel." Weiters heißt es: "Wir nehmen das sehr ernst und entfernen diese Inhalte, sobald wir davon erfahren."

Die Motive der Käufer sind unklar, schreibt die BBC. Es könnte sich einerseits um Menschen handeln, die keine Kinder adoptieren dürfen, weil sie bestimmte Kriterien nicht erfüllen. Es habe jedoch in Indonesien auch schon Fälle gegeben, in denen Minderjährige für Sexarbeit illegal adoptiert wurden.

(red.)

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