Drei Fakten zum Welthungertag

2017 bekamen 821 Millionen Menschen weltweit nicht genug zu essen. Das sind 17 Millionen mehr als 2016. Konflikte, Kriege und der Klimawandel lassen die unterernährte Bevölkerung ansteigen.

Menschen in der Zentralafrikanischen Republik sind besonders betroffen.
Menschen in der Zentralafrikanischen Republik sind besonders betroffen.
Menschen in der Zentralafrikanischen Republik sind besonders betroffen. – (c) REUTERS (Camille Lepage)

821 Millionen Menschen weltweit bekommen nicht genug zu essen. Und oft trifft es die, die ohnehin unter Konflikten und Kriegen leiden müssen. Denn in Ländern mit bewaffneten Konflikten sei die Zahl der Hungernden doppelt so hoch wie im Rest der Welt, heißt es im Welthunger-Index (WHI), den die Welthungerhilfe jährlich anlässlich des Welthungertages vorlegt.

Die Zahl der Hungernden nimmt wieder zu

Aufgrund von zunehmenden Kriegen und Konflikten sowie den Auswirkungen des Klimawandels ist die Zahl der weltweit Hungernden nach jahrelangem Rückgang abermals gestiegen. Seit 2000 ist der Index um 28 Prozent gefallen. Doch zuletzt sei die Zahl der Unterernährten wieder gestiegen, heißt es laut Hungerhilfe. 2017 litten 17 Millionen mehr Menschen an Hunger als 2016. Setze dieser Trend sich fort, sei das Ziel der Vereinten Nationen, bis 2030 eine Welt ohne Hunger zu schaffen, nicht erreichbar, so der Befund.

51 Länder sind besonders von Hunger betroffen

Der WHI weist für 51 Länder eine "ernste" oder "sehr ernste" Lage aus. Besonders besorgniserregend ist die Lage in Südasien und in Afrika südlich der Sahara. In beiden Regionen gilt die Lage laut WHI als "ernst". Als "unannehmbar hoch" stuft der WHI dort die Werte für Unterernährung und Wachstumsverzögerung ein, wobei starke Wachstumsverzögerung und Auszehrung vor allem für Südasien gelte, hohe Unterernährung und Kindersterblichkeit stärker Afrika südlich der Sahara beträfen. Als "sehr ernst" wird die Lage im Tschad, in Haiti, Madagaskar, Sierra Leone, im Jemen und in Sambia eingestuft.

Am schlimmsten leiden die Menschen in der Zentralafrikanischen Republik

Am schlimmsten ist die Lage in der Zentralafrikanischen Republik, dem einzigen Land, in dem die Situation als gravierend eingeschätzt wird. Dort tobt seit Anfang der 2000er-Jahre – mit ein paar Jahren Unterbrechung – ein besonders brutaler Bürgerkrieg. Doch es gibt auch Fortschritte, berichtet die Welthungerhilfe: Angola, Ruanda, Äthiopien und Burma gehören zu den Vorreitern mit einer Verbesserung des Index um mehr als 45 Prozent.

Hier ist die Zahl der Hungernden an der Gesamtbevölkerung im Zeitverlauf zu sehen.

 

 

(APA/Reuters)

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