Deutschland: Festnahme im Mordfall Peggy

Nach einem Medienbericht soll es sich um den Mann handeln, der den Transport der Leiche gestand. Der Mordfall Peggy ist einer der mysteriösesten Kriminalfälle Deutschlands.

Peggy wurde mit neun Jahren ermordet
Peggy wurde mit neun Jahren ermordet
Peggy wurde mit neun Jahren ermordet – APA/AFP/JENS-ULRICH KOCH

Im deutschen Mordfall Peggy hat es eine Festnahme gegeben. Der Bayreuther Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel bestätigte dies am Dienstag und kündigte für den Dienstagnachmittag nähere Einzelheiten an. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll der Festgenommene der Mann sein, der im September den Transport der Leiche des 2001 verschwundenen Mädchens gestand.

Der Mittvierziger hatte gestanden, die Leiche des neunjährigen Mädchens im Jahr 2001 in ein Waldstück in Thüringen gebracht und vergraben zu haben. Die Leiche habe er von einem ihm namentlich bekannten Mann übernommen, das Mädchen habe leblos in einem Bushäuschen in ihrem Heimatort Lichtenberg gelegen. Er habe nach eigenen Angaben noch versucht, das Kind wiederzubeleben.

Die sterblichen Überreste von Peggy wurden im Jahr 2016 zufällig von einem Pilzsammler entdeckt.

Verwirrung um DNA-Material

Der Mordfall Peggy gilt als einer der mysteriösesten Kriminalfälle Deutschlands. Die Neunjährige aus dem fränkischen Lichtenberg war 2001 auf dem Nachhauseweg von der Schule verschwunden. Kurz nach ihrem Verschwinden war ein geistig behinderter Mann aus Peggys Nachbarschaft wegen Mordes verurteilt worden, in einem Wiederaufnahmeverfahren wurde dieser rechtskräftig freigesprochen.

Zuletzt sorgte der Mordfall auch deswegen für Aufsehen, weil in der Nähe von Peggys Überresten DNA-Material des NSU-Mitglieds Uwe Böhnhardt gefunden wurde. Nach längeren Ermittlungen gab die Polizei schließlich bekannt, dass das Material von der Polizei versehentlich selbst an den Tatort gebracht wurde.

Einen Zusammenhang zwischen dem für die NSU-Mordserie mit zehn Toten mitverantwortlichen Böhnhardt und der Schülerin schlossen die Ermittler definitiv aus. Das gefundene DNA-Material sei eine "Trugspur" durch ein Textilteilchen gewesen: Es sei durch Polizeigerät vom Fundort der Leiche Böhnhardts in Eisenach 2011 im Juli vergangenen Jahres an den Fundort von Peggys Leichnam gebracht worden.

(APA/AFP)

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