Beinamputierter Ex-Soldat will rudernd den Atlantik überqueren

Der Brite veranschlagt für sein Abenteuer 70 Tage - 26 Tage unter dem letzten Rekord. Der 49-Jährige überstand drei Einsätze in Afghanistan unverletzt, wurde aber bei einem Verkehrsunfall verletzt.

Lee wird auch nachts rudern müssen.
Lee wird auch nachts rudern müssen.
Lee wird auch nachts rudern müssen. – APA/AFP/JORGE GUERRERO

Ein beinamputierter ehemaliger britischer Soldat will im Alleingang und ohne Hilfe von Europa nach Südamerika über den Atlantik rudern - und das in weniger als 70 Tagen. Lee Spencer wollte am Dienstag ursprünglich in Gibraltar in See stechen. Aber wegen des Seegangs und schlechter Wetterbedingungen verlegte er den Start auf den Hafen Portimao in Südportugal.

Dort sollte es am Mittwochmorgen mit dem Ruderboot "Hope" (Hoffnung) losgehen. "Ich bin nervös, besorgt und aufgeregt - das alles auf einmal", sagte der 49-Jährige. Er diente 25 Jahre lang als Kommandosoldat bei der britischen Marine. Von seinen drei Einsätzen in Afghanistan kehrte er unverletzt zurück. Aber 2014 half er dem Opfer eines Verkehrsunfalls in Großbritannien, wurde von umherfliegenden Trümmern getroffen und das rechte Bein musste ihm unterhalb des Knies amputiert werden.

Auf Menschen mit Behinderung aufmerksam machen

Bei seinem Rekordversuch trägt Spencer eine Prothese. Für die 5600 Kilometer lange Strecke bis Cayenne in Französisch-Guyana hat er Proviant nur für 90 Tage. Der bisherige Rekord gehört dem Norweger Stein Hoff, der 2002 von Portugal bis Guyana ruderte und dafür 96 Tage, zwölf Stunden und 45 Minuten benötigte. Die Bestmarke für einen körperbehinderten Alleinruderer stellte Stuart Boreham im Jahr 2004 auf: 109 Tage, zwölf Stunden und neun Minuten von den Kanarischen Inseln bis Barbados.

Lee will den Atlantik ab den Kapverden überqueren. – APA/AFP/JORGE GUERRERO

Spencer will mit seinem Rekordversuch auf Menschen mit Behinderung aufmerksam machen und Geld für wohltätige Zwecke sammeln darunter die Royal Marines Charity und den Endeavour Fund zugunsten verletzter Soldaten.

Er plant, entlang der afrikanischen Küste bis zu den Kapverden zu rudern und dann den Atlantik Richtung Venezuela zu überqueren. Sein Boot ist mit einem solarbetriebenen Navigator und einem VHF-Radio zur Kontaktaufnahme mit Schiffen ausgerüstet. Auch nachts wird er zeitweise rudern müssen. "Ich habe keine Wahl, und das wird eher schwierig", sagt er.

(APA/AFP)

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