Deutscher Gesundheitsminister Spahn will Therapien gegen Homosexualität verbieten

Jens Spahn will sogenannte Kornversionstherapien verbieten. Der Politiker geht mit seiner Homosexualität offen um: "Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben."

Jens Spahn (rechts) mit seinem Partner Daniel Funke.
Jens Spahn (rechts) mit seinem Partner Daniel Funke.
Jens Spahn (rechts) mit seinem Partner Daniel Funke. – APA/AFP/DPA/GREGOR FISCHER

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn will sogenannte Konversionstherapien gegen Homosexualität verbieten. "Homosexualität ist keine Krankheit, und deswegen ist sie auch nicht therapiebedürftig", sagte Spahn der "tageszeitung" aus Berlin vom Freitag. Gemeinsam mit dem Justizministerium werde er bis zum Sommer einen Vorschlag für eine Verbotsregelung erarbeiten.

Sogenannte Konversionstherapien zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. "Ich halte nichts von diesen Therapien, schon wegen meines eigenen Schwulseins", sagte Spahn der "taz". "Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben."

Der Minister will nun zunächst untersuchen lassen, wie andere Länder mit "Konversionstherapien" umgehen. Dann soll geklärt werden, wie genau die rechtliche Regelung in Deutschland aussehen soll.

Anbieter der Therapien mit Geldbußen wegen einer Ordnungswidrigkeit zu bestrafen, hält Spahn jedenfalls für "nicht übermäßig abschreckend". Stattdessen solle "im Sozialrecht erklärt werden, dass es keine Vergütung für diese Angebote geben darf". Für das Strafrecht sei "noch fraglich, welches Strafmaß angemessen ist".

Für sein Verbotsvorhaben glaubt Spahn an die Unterstützung seiner Fraktionskollegen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in der Unionsfraktion im Bundestag einen Anhänger von Konversionstherapien gibt."

(APA/AFP)

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