Held der Rana-Plaza-Brandkatastrophe verbrennt sich selbst

Bei dem Einsturz der Fabrik starben vor sechs Jahren mehr als 1100 Menschen. Nun hat sich der als Helfer gefeierte Nowshad Hasan Himu das Leben genommen. Er war seit den Geschehnissen schwer traumatisiert.

Die Katastrophe von Rana Plaza am 24. April 2013.
Die Katastrophe von Rana Plaza am 24. April 2013.
Die Katastrophe von Rana Plaza am 24. April 2013. – (c) Reuters

Vor sechs Jahren wurde er in Bangladesch zum Helden, als er Überlebende der Rana-Plaza-Katastrophe rettete - nun hat sich Nowshad Hasan Himu im Alter von 27 Jahren das Leben genommen. Laut Polizei starb er im Krankenhaus an den Folgen einer Selbstverbrennung. Himu litt unter Depressionen infolge der traumatisierenden Erlebnisse bei seinem Rettungseinsatz im eingestürzten Fabrikgebäude.

Die Katastrophe von Rana Plaza war das schlimmste Industrieunglück in der Geschichte von Bangladesch. Am 24. April 2013 stürzte der neunstöckige Fabrik-Komplex in der Nähe der Hauptstadt Dhaka ein, mehr als 4000 Menschen wurden verschüttet, 1138 Menschen kamen ums Leben.

"Er war schwer traumatisiert"

Himu war nach dem Einsturz des Gebäudes mehr als 17 Tage als freiwilliger Helfer im Einsatz, um Überlebende aus den Trümmern zu retten und Leichen zu bergen, wie die Fotografin Taslima Akhter berichtete. Auch habe er tagelang im Krankenhaus verbracht, um Verletzten zur Seite zu stehen. Er habe die schlimmen Ereignisse jedoch nie wirklich verarbeiten können. "Er war schwer traumatisiert und litt unter Depressionen", sagte Akhter. "Er erzählte seinen Freunden, dass er verwesende Körper rieche und glaube, dass ihn Leichname verfolgten."

Am vergangenen Mittwoch, dem sechsten Jahrestag der Katastrophe, übergoss sich Himu mit Kerosin und zündete sich an. Ein Polizeibeamter sagte, der 27-Jährige sei in ein Krankenhaus in Dhaka gebracht worden und dort gestorben. Er habe unter Depressionen gelitten, sich zurückgezogen und allein zuhause mit seinen beiden Hunden gelebt.

Hilfe bei Suizidgefahr

Wer Selbstmordgedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Nummer: 142.

www.suizid-praevention.gv.at

(APA/AFP)

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