Die größte deutsche Moschee wegen Bombendrohung geräumt

"Wir sind besorgt, wir haben Angst“, sagt ein Sprecher des Verbandes Ditib in Köln. Man erlebe eine „Konzentration von Angriffen gegen Moscheen“. Die Polizei suchte intensiv, fand aber nichts Verdächtiges.

Polizeigroßeinsatz in der neuen Zentralmoschee in Köln.
Polizeigroßeinsatz in der neuen Zentralmoschee in Köln.
Polizeigroßeinsatz in der neuen Zentralmoschee in Köln. – (c) REUTERS (Stephane Nitschke)

Die Zentralmoschee der Islam-Dachorganisation Ditib in Köln in Deutschland ist am Dienstag nach einer Drohmail geräumt und stundenlang weiträumig abgesperrt worden. Erst am frühen Nachmittag gab die deutsche Polizei via Twitter Entwarnung: Die Durchsuchung sei beendet und nichts Verdächtiges gefunden worden.

"Der Inhalt hatte ein so hohes Drohpotenzial, dass wir unmittelbar handeln mussten", sagte ein Kölner Polizeisprecher zum betreffenden E-mail. Zum genauen Inhalt des Schreibens wollte er sich nicht äußern. Ein Sprecher der Türkisch Islamischen Union Ditib - der deutschlandweit größten Islam-Dachorganisation - sagte der Deutschen Presse-Agentur, es habe sich um eine Bombendrohung gehandelt.

Eine "sehr hohe Zahl von Einsatzkräften" durchsuchte laut Polizei seit dem Vormittag den Komplex im Stadtteil Ehrenfeld. Man habe "nichts gefunden, von dem eine Gefahr ausgeht". Der Einsatz sei erst runtergefahren, dann am Mittag beendet worden, ergänzte der Polizeisprecher.

Ditib-Sprecher: „Wir sind besorgt"

Der Ditib-Sprecher schilderte, die Räumung sei ruhig verlaufen. Wie viele Menschen sich zu dem Zeitpunkt in dem deutschlandweit größten Moscheekomplex befanden, sei unklar. Neben Mitarbeitern gingen täglich viele Besucher ein und aus. Noch in der Früh seien zwei Schulklassen zu Gast gewesen.

"Wir sind besorgt, wir haben Angst, wir erleben gerade eine Konzentration von Angriffen gegen Moscheen", sagte Ditib-Sprecher Zekeriya Altug. "Eine Bombendrohung, das hat eine neue Qualität." Der Staatsschutz nahm Ermittlungen wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten auf.

Der Verband sprach nach dem Abschluss der Aktion von einem "traurigen Höhepunkt von Angriffen auf Moscheen". Vor einigen Tagen sei eine Moschee in Schleswig verwüstet worden, und gerade erst in der Nacht zu Dienstag habe es einen Angriff gegen die Ditib-Gemeinde in Karlsruhe gegeben.

Die Kölner Zentralmoschee war im vergangenen September vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan offiziell eröffnet worden. Das sorgte auch für Kritik bei Bundes- und Landespolitikern. Kritiker werfen der Ditib fehlende strukturelle und politische Unabhängigkeit von der türkischen Regierung vor.

(APA/dpa)

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