Zehn Todesopfer nach Ausschreitungen in Südafrika

Präsident Ramaphosa verurteilt die "mutwillige Zerstörung und Kriminalität“ bei fremdenfeindlichen Übergriffen.

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APA/AFP/MICHELE SPATARI

Bei fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika sind in den vergangenen Tagen mindestens zehn Menschen getötet worden. Das teilte der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa am Donnerstag mit. Demnach war eines der Opfer ein ausländischer Staatsbürger. Die Gewalt hatte zu scharfer Kritik und Demonstrationen in anderen afrikanischen Staaten geführt.

Südafrika schloss deshalb vorerst seine Auslandsvertretungen in Nigeria. Bei den Unruhen in Südafrika waren seit Sonntag dutzende Geschäfte zerstört worden. Mehr als 420 Menschen wurden festgenommen. Randalierer - manche mit Äxten und Macheten bewaffnet - hatten in Johannesburg und Südafrikas Hauptstadt Pretoria unter anderem Geschäfte von Einwanderern geplündert und Autos und Gebäude in Brand gesetzt. Bis zum Donnerstag hatte sich die Lage weitgehend beruhigt. Lediglich im Johannesburger Vorort Katlehong kam es in der Nacht zu Plünderungen.

Demonstrationen

"Keine Wut und Frustration und Missstand können solche Akte mutwilliger Zerstörung und Kriminalität rechtfertigen", sagte Ramaphosa. Gleichzeitig gebe es "keine Rechtfertigung für das Plündern und die Zerstörung von Geschäften, die Südafrikanern gehören", fügte er hinzu.

Die Ausschreitungen führten in mehreren afrikanischen Ländern zu wütenden Demonstrationen. In Nigerias Hauptstadt Abuja wurden Geschäfte südafrikanischer Unternehmen attackiert. Auch in der Demokratischen Republik Kongo kam es zu Übergriffen auf südafrikanische Einrichtungen und Geschäfte. In der Stadt Lubumbashi im Südosten des Kongo wurden bei Protesten die Fenster des südafrikanischen Konsulats eingeschlagen.

Südafrika schloss seine Auslandsvertretungen in Nigeria. Die Entscheidung sei gefallen, nachdem eine Gruppe Menschen versucht habe, sich Zutritt zum südafrikanischen Konsulat in Lagos zu verschaffen, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums. Das Konsulat und die Botschaft in Abuja würden wieder geöffnet, wenn dies als "notwendig" erachtet werde.

Geschäfte zerstört

Bei den Ausschreitungen in Südafrika wurden nach Angaben des nigerianischen Außenministers Geoffrey Onyeama mehrere Geschäfte und Immobilien von Nigerianern zerstört. Nigerianische Staatsbürger seien jedoch nicht getötet worden. Nigeria "strebe keine Eskalation" der Situation an, sagte ein Berater von Präsident Muhammadu Buhari. "Wir werden mit Südafrika zusammenarbeiten."

Südafrika ist ein wichtiges Ziel für afrikanische Einwanderer auf der Suche nach wirtschaftlichen Chancen. Afrikas zweitgrößte Volkswirtschaft zieht nicht nur Menschen aus Nachbarländern wie Lesotho, Mosambik und Simbabwe an, sondern auch aus weiter entfernten Regionen, darunter Nigeria und Südasien.

In den vergangenen Jahren gab es in Südafrika immer wieder ausländerfeindliche Gewalt. Einige Südafrikaner geben den Einwanderern die Schuld für die hohe Arbeitslosigkeit im Land. Im Jahr 2015 wurden sieben Menschen bei fremdenfeindlichen Angriffen und Plünderungen in Johannesburg und Durban getötet. Die schlimmste Welle fremdenfeindlicher Gewalt gab es im Jahr 2008 mit 62 Toten.

(APA/AFP)

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