Australien: Meterhohe Sturzflut rast durch Stadt

In Toowoomba wurden zahlreiche Straßen in Sekundenschnelle geflutet. Häuser, Brücken und Autos wurden fortgerissen. Eine Autobahn wurde von Erdrutschen verschüttet.

Australien Meterhohe Sturzflut rast
Australien Meterhohe Sturzflut rast
Überschwemmungen in Australien – (c) AP

Im Nordosten Australiens haben die durch heftigen Regen ausgelösten Überschwemmungen weitere Städte erreicht. Zwei Menschen kamen am Montag in den reißenden Fluten ums Leben, wie die Polizei mitteilte. In der Stadt Gympie stand am Montag bereits ein Dutzend Gebäude unter Wasser, nachdem dort ein Fluss über die Ufer getreten war. Bewohner versuchten verzweifelt, Gebäude mit Sandsäcken vor den Fluten zu schützen.

Durch die etwa 90.000 Einwohner zählende Stadt Toowoomba raste eine teils meterhohe Sturzflut. Zahlreiche Straßen wurden in Sekundenschnelle geflutet. Häuser wurden aus ihren hölzernen Fundamenten gerissen und Hunderte Meter mitgeschwemmt, Brücken und Autos weggespült. Eine Autobahn wurde von Erdrutschen verschüttet.

Wie viele Menschen vermisst werden, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. "Es braucht nur 15 Zentimeter schnell fließenden Wassers, um einen Menschen mitzureißen", warnte Einsatzleiter Lee Johnson. Bereits bei 60 Zentimeter hohem Flutwasser könne ein Fahrzeug weggespült werden.

Nach den verheerenden Überschwemmungen und neuen Regenfällen hatten Experten vor solchen gefährlichen Flutwellen gewarnt. Die Flüsse führen schon Hochwasser und die Böden sind nach heftigen Regenfällen total gesättigt, so dass das Wasser nicht ablaufen kann.

In einigen Gegenden des Staates Queensland fielen in den vergangenen 24 Stunden mehr als 343 Milliliter Regen, wie Meteorologen am Montag mitteilten. Eine Besserung der Lage ist vorerst nicht in Sicht, der langfristige Wetterbericht sagt weiteren Regen vorher.

Australiens Regierungschefin Julia Gillard zufolge wurden seit Beginn des Hochwassers im November 150 Regionen in drei australischen Bundesstaaten getroffen. Bisher sind rund 200.000 Menschen von den Überflutungen betroffen.

(Ag.)

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