Brasilien: Erdrutsche reißen 381 Menschen in den Tod

Nach massiven Regenfällen rutschten die Hänge ab, mehrere Dörfer rund um Rio und Sao Paulo wurden verschüttet. Innerhalb von 24 Stunden fiel so viel Regen wie sonst in einem Monat.

Erdrutsch Brasilien Tote
Erdrutsch Brasilien Tote
In Teresopolis konnten mehrere Menschen nur noch tot aus den Erdmassen befreit werden. – (c) AP (Paulo Cezar)

Bei starken Regenfällen und Erdrutschen in Brasilien sind nach Angaben der Behörden knapp 400 Menschen ums Leben gekommen. Brasilianische Medien sprachen am Donnerstag von der schlimmsten Naturkatastrophe seit nahezu 50 Jahren. Besonders schwer betroffen ist das bergige Gebiet nördlich von Rio de Janeiro, ein insbesondere in der jetzigen heißen Jahreszeit begehrtes Ausflugsziel.

Ganze Viertel in den Städten Nova Friburgo, Teresopolis und Petropolis wurden durch Flüsse aus Schlamm und Gesteinsbrocken weggeschwemmt. Straßen wurden zerstört, Brücken eingerissen - viele Orte in der Bergregion Serrana waren am Donnerstag nur noch per Hubschrauber erreichbar. Telefonnetze und Stromleitungen brachen vielerorts zusammen. "In acht Stunden hat es so viel geregnet wie normalerweise in einem Monat", sagte der Hydrologe Paulo Canedo von der Universität von Rio de Janeiro. 

Neuesten Angaben zufolge starben mindestens 381 Menschen, die Behörden rechneten aber mit weiteren Toten. Der Bürgermeister von Teresopolis, Jorge Mario Sedlacek, sprach von einer "ungeheueren Katastrophe". Allein in seiner Stadt kamen mindestens 161 Menschen ums Leben, in Nova Friburgo starben laut Medienberichten 168 Menschen und in Petropolis mindestens 36. Unter den Toten waren auch drei Feuerwehrleute.

Die 55-jährige Hausangestellte Angela aus Teresopolis sagte, sie habe so etwas bisher nur als "Katastrophenfilm" im Fernsehen gesehen. Auf Anordnung des Zivilschutzes verließen sie und ihr Mann ihr von Überschwemmung bedrohtes Haus und suchten Zuflucht bei ihrer Tochter. Auf dem drei Kilometer langen Weg durch den Schlamm auf früher gepflasterten Straßen stieß Angela gegen etwas Weiches. "Es war die schlammbedeckte Leiche einer Frau", schluchzte sie.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff flog per Hubschrauber über das Gebiet und ging schließlich zu Fuß durch einige Regionen. Sie versprach "harte Maßnahmen" der Regierung. Diese stellte umgerechnet knapp 350 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung. Das Gesundheitsministerium kündigte an, für die Region würden sieben Tonnen medizinisches Material bereitgestellt.

(Ag.)

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