Höhere Stipendien und Studienchecker

Neuerungen, geplante Reformvorhaben: Das Arbeitspensum von Minister Hahn.

WIEN.Knapp 120.000 Studierende waren im Vorjahr an den 21 österreichischen Universitäten inskribiert, davon 53,5 Prozent Frauen. Dieser Wert wird in dem nun anlaufenden Studienjahr mit Sicherheit überschritten werden, und auch der Frauenanteil wird angesichts des stärkeren Zulaufs bei den Studienanfängerinnen – im Vorjahr 57 Prozent – weiter steigen.

Mit Beginn des Studienjahrs 2007/08 treten nur wenige Neuerungen in Kraft:
•Die erste Etappe der Erhöhung der Studienbeihilfen: im Durchschnitt zwölf Prozent (die größte Steigerung seit 1992).
•Sonderstipendien: Die Erasmusstipendien werden um 20 Prozent erhöht, die Forschungsstipendien um 50 Prozent (die Hälfte davon ist für Frauen reserviert).
•Fachhochschulinitiative: Die Abschlüsse an den FH und Universitäten sind gleichwertig (der FH-Magister ist damit A-wertig); das Ministerium finanziert 500 zusätzliche FH-Studienplätze.
•Die Pädagogischen Akademien sind ab 1. Oktober Hochschulen.

Auf Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) wartet in den kommenden Monaten noch einiger Reformbedarf. Die wichtigsten Vorhaben:
•Novelle des Uni-Gesetzes 2002 noch in diesem Jahr: Die Quotenregelung in den acht Numerus-clausus-Fächern (75 Prozent Österreicher, 20 Prozent andere EU-Bürger, 5 Prozent Drittstaaten) läuft Ende des Jahres aus. Minister Hahn wollte ursprünglich nur noch Medizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin und Psychologie als Quotenfächer belassen, nach dem Ansturm deutscher Studieninteressenten (vor allem auf Publizistik) soll nun auch die Beschränkung für Pharmazie, Biologie, Publizistik und Betriebswirtschaft bleiben. Ein diesbezüglicher Gesetzesentwurf liegt vor.
•„Große“ UG-Novelle: Bereits im Mai hat Minister Hahn die Parteien um ihre Änderungswünsche gebeten. Nach einem vierjährigen Durchlauf (das UG 2002 trat am 1. Jänner 2004 in Kraft) gibt es einigen Reformbedarf, wahrscheinlich bezüglich der Gewichtung von Uni-Rat, Rektorat und Senat sowie der Leistungsvereinbarungen.


Studentin mit Kind: Mehr Geld

•Zweite Etappe bei den Studienbeihilfen: Der Bezieherkreis soll ab Oktober 2008 erweitert werden, mehr Berücksichtigung sollen Studierende mit Kindern und Behinderte finden, unselbstständig Erwerbstätige sollen Selbstständigen gleichgestellt werden.
•Projekt „Studienchecker“: Nachdem die Tutoring-Variante für die Rückzahlung der Studiengebühren gefallen ist, wird das Ministerium selbst Studienberater in die höheren Schulen entsenden. Ein AHS-Pilotprojekt soll im Frühjahr 2008 starten.
•Projekt „Mentoring“: Die Nachhilfe von Schülern durch Studierende, denen dafür die Studiengebühr zurückgezahlt wird, soll im Oktober 2008 beginnen. Umsetzung und Administration sind aber noch völlig offen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.09.2007)

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