Gekündigter Wissenschafter wird HTL-Lehrer

Der Molekularbiologe Robert Schwarzenbacher galt als Shootingstar der Forschung. Nach seiner Kündigung wegen Datenmanipulation wird er an einer Schule technische Chemie unterrichten.

Gekuendigter Wissenschafter wird HTLLehrer
Gekuendigter Wissenschafter wird HTLLehrer
(c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)

Der wegen eines wissenschaftlichen Fehlers von der Universität Salzburg heuer im März gekündigte Salzburger Molekularbiologe Robert Schwarzenbacher wird HTL-Lehrer. Der Wissenschafter wird an der HTL Itzling in der Stadt Salzburg technische Chemie unterrichten. Jedem könne ein punktuelles Fehlverhalten einmal passieren, und daher sollte jeder eine zweite Chance bekommen, sagte Schulleiter Herbert Kittl am Montag im ORF Radio Salzburg.

Schwarzenbacher sei mit seinem Wissen und seiner Art ein großer Gewinn für die Schule, so Kittl. Auf ihn und die Kommission habe der Forscher einen sehr positiven Eindruck gemacht. "Es ist einmal für ein Jahr, er soll den Schulbetrieb kennenlernen. Auf uns macht seine offene Art und die Kompetenz einen sehr guten Eindruck und wir sind überzeugt, dass er bei den Jugendlichen sehr gut ankommt."

Auslöser der Kündigung waren Wissenschafter in den USA, die dem Molekularbiologen vorwarfen, wissenschaftliche Berichte über die Struktur von Birkenpollenallergenen in einer Publikationen manipuliert zu haben. Die Agentur für wissenschaftliche Integrität in Wien bestätigte das wissenschaftliche Fehlverhalten, woraufhin die Universität die Kündigung aussprach. Schwarzenbacher bekämpft diese beim Arbeitsgericht. "Als der Fehler bekanntwurde, habe ich die Verantwortung übernommen, die Struktur unverzüglich zurückgezogen und mich für den Vorfall entschuldigt", sagte Schwarzenbacher nach der Kündigung. Der Fehler sei aus Arbeitsüberlastung passiert. Das Gerichtsverfahren wird am 26. September fortgesetzt.

 

(APA)

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