AHS-Lehrer bereiten Streik im Jänner vor

Die Gewerkschafter wollen noch vor den Semesterferien ihre Proteste verschärfen. Termin für den Streik wolle man keinen nennen.

Ein Streik gegen das neue Dienstrecht ist geplant
Ein Streik gegen das neue Dienstrecht ist geplant
Ein Streik gegen das neue Dienstrecht ist geplant – (c) Die Presse (Stanislav Jenis)

Wien. Nach der Großdemonstration der Beamtengewerkschaft kehrt vorerst Weihnachtsfrieden ein. Nach den Feiertagen droht dann allerdings im Jänner ein Streik der AHS-Lehrer, nachdem die rot-schwarze Koalition die Reform des Dienstrechts ohne Einigung mit den Lehrervertretern durchgeboxt hat. „Ein Streik steht im Raum", wurde der „Presse am Sonntag" in der AHS-Lehrergewerkschaft erklärt. Jedenfalls sind schon im Jänner weitere Protestmaßnahmen vorgesehen.

Der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin, hat die Pädagogen Ende der Woche in einem Schreiben, in dem er sich für die Teilnahme an der Großdemonstration vor dem Kanzleramt bedankt hat, auf weitere Kampfmaßnahmen eingestimmt. Schon am Rande der Kundgebung am Mittwoch in Wien waren teilnehmende Lehrer informell auf einen Streik im Jänner eingestimmt worden. Über Weihnachten wolle man aber keinen Streik ausrufen, hieß es gestern seitens der AHS-Lehrergewerkschaft. Erst recht wollte man keinen Termin für den Streik nennen. Dem Vernehmen nach wird dieser aber für die zweite Jännerhälfte vor den Semesterferien in Ostösterreich Anfang Februar vorbereitet. Die weitere Vorgangsweise ist auch davon abhängig, wie es bei den stockenden Verhandlungen über die Gehaltserhöhung für den öffentlichen Dienst weitergeht.

Unterdessen sorgte die neue Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) mit Äußerungen in einem ORF-Interview für Irritation beim Koalitionspartner. Für die Ministerin ist die Gesamtschule „nicht vom Tisch". „Es gibt Interesse aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg, Modellregionen zur gemeinsamen Schule zu initiieren." Diese könnte sich also über solche Schulversuche über Österreich ausbreiten - „und wenn sie so kommt, soll's mir auch recht sein", sagte Heinisch-Hosek am Samstag „Im Journal zu Gast".

Prompte Reaktion aus der ÖVP-Zentrale: „Die Tinte auf dem Koalitionspakt ist noch nicht einmal trocken und Heinisch-Hosek will den Pakt schon wieder aufschnüren." Die Gesamtschule finde sich nicht im Regierungsprogramm.

Auf einen Blick

Das neue Dienstrecht sieht eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung auf 24 Wochenstunden und höhere Anfangsgehälter samt einer späteren Verflachung der Gehaltskurve vor. Dazu kommen unter anderem eine Pflicht zur Fortbildung für alle Lehrer außerhalb der Unterrichtszeit und eine Neugestaltung des Berufseinstiegs.

Ab nächstem Herbst können Neueinsteiger zwischen altem und neuem Dienstrecht – so es beschlossen wird – wählen. Verpflichtend gelten soll es nur für Lehrer, die ab 2019 zu unterrichten beginnen.

("Die Presse am Sonntag", Print-Ausgabe, 22.12.2013)

Kommentar zu Artikel:

AHS-Lehrer bereiten Streik im Jänner vor

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen