Studie: Aussagekraft von Noten „fragwürdig“

Schüler, die die gleichen Zeugnisnoten haben, erbringen völlig unterschiedliche Leistungen.

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(c) Michaela Bruckberger

Wien. Die Kritik an den in Österreich üblichen (Ziffern-)Noten in der Schule reißt nicht ab. Heimische Forscher belegen nun, dass der Zusammenhang zwischen den tatsächlichen Lernleistungen der Schüler und ihren Schulnoten nur gering ist. Das berichtet die Fachzeitschrift „Erziehung und Unterricht“.

Ausgangspunkt ist unter anderem eine Studie des Soziologen Fritz Kast. Er untersuchte die Lese- und Rechtschreibleistungen von 334 Volksschulkindern (alle ohne Migrationshintergrund) der zweiten Klasse aus 25 burgenländischen Schulen und zwei Übungsvolksschulen pädagogischer Hochschulen und verglich diese mit ihren Zeugnisnoten. Die Ergebnisse waren teilweise erstaunlich. So zeigte sich, dass Schüler, die im Fach Deutsch, Lesen, Schreiben die gleichen Zeugnisnoten haben, völlig unterschiedliche Leistungen erbringen. 17 Prozent der Sehr-gut-Schüler machten beim Rechtschreibtest keinen Fehler, praktisch gleich viele (18 Prozent) aber gleich sechs Fehler oder mehr.

Gute Leistung, schlechte Note

Gleiches galt beim Lesetest: Ein Viertel der Einserschüler hatte sechs oder mehr Lesefehler, der gleiche Anteil null oder einen. Während 24 Prozent der Schüler mit der höchsten Fehleranzahl mit Sehr Gut beurteilt wurden, wurden die Leistungen von acht Prozent der Schüler mit null oder einem Lesefehler nur mit Befriedigend oder Genügend bewertet. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2014)

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