Baden: Demo für suspendierten Lehrer

Der Mathematikprofessor soll die Matura zu mild beurteilt haben. Schüler und die Eltern künftiger Maturanten rufen nun zum Protest auf.

(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)

Baden. In einem Gymnasium in Baden ist ein 54-jähriger Mathematik-Professor nach der schriftlichen Matura mit sofortiger Wirkung suspendiert worden. Er soll Arbeiten angeblich zu mild beurteilt haben. Das hat zu einem Aufstand geführt. Schülerinnen und Schüler rufen via Facebook zu Solidarität mit dem Professor auf. Eltern haben am Dienstag bei der Polizei für Donnerstag eine Protestkundgebung auf dem Hauptplatz der Kurstadt für mehr als 100 Leute angemeldet.

Paradoxerweise sind es nicht die Eltern der betroffenen Maturanten, die zur Demonstration aufrufen – sondern die jener, die erst kommendes Jahr am BG/BRG Frauengasse in Baden zur Reifeprüfung antreten werden. In einem u. a. an Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und den niederösterreichischen Landesschulrat gerichteten E-Mail fordern sie, die Suspendierung des beliebten Lehrers rückgängig zu machen. Argumentiert wird einerseits damit, dass dem AHS-Lehrer als „aufopferndem und mit Vorbildfunktion“ tätigen Pädagogen übel mitgespielt werde. Außerdem sei es unverantwortlich, dass ein Mathematikprofessor ein Jahr vor der Matura abgezogen werde. Andererseits argumentieren Eltern mit der Art der Suspendierung, die ihnen seltsam erscheint: Vom Maturavorsitzenden seien die korrigierten Arbeiten freigegeben worden. Erst nach einer anonymen Anzeige seien sie nochmals geprüft worden.

 

Noten nach unten korrigiert

Nach der neuen Korrektur wurden die Arbeiten strenger bewertet. Laut „Kurier“ wurden nach Angaben von Landesschulratspräsident Hermann Helm (ÖVP) zwölf von 23 Maturaarbeiten schlechter bewertet, was in einem Fall sogar einen Fünfer bedeuten würde. Ein Einspruch gegen die Herabsetzung der Note wurde eingebracht. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.06.2015)

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