Eltern streiten mit Ministerium um Geld für Laptops

Ein Rundschreiben des Bildungsministeriums stellt klar, dass Eltern Laptops und Tablets zahlen müssen. Eltern sehen darin einen "Freibrief für ein 'Wünsch Dir was'".

(c) Die Presse (Print)

Als die Elternvertreter am Wochenende warnten, dass "das Ende der Schulgeldfreiheit" in Österreich gekommen sei, reagierte das Bildungsministerium prompt. Alles ein Missverständnis, hieß es. Die Eltern hätten ein Rundschreiben falsch verstanden. Ein Missverständnis sei es aber "mit Sicherheit nicht", sagen die Elternvertreter.

Was ist passiert? Das Ministerium hatte kürzlich in einem Rundschreiben festgehalten, dass "Laptops, Tablet-PCs und ähnliches" nicht von Schulen, sondern Eltern zu zahlen sind. Die Eltern schlugen prompt Alarm: Diese zusätzliche und sehr große Belastung würde "ohne jede Information und Hinweise" auf die Eltern ausgelagert.

Das Ministerium seinerseits wies darauf hin, dass ja niemand einen Laptop kaufen müsse (außer den Schülern in Laptop-Klassen). Doch stimmt das auch?

Faktisch, weil rechtlich nicht eindeutig geregelt, laufe es anders, sagen die Eltern. Über Anschaffungen würden kaum bis keine Entscheidungen durch Schulpartner getroffen. Diese würden nach Vorgaben der Schulen beschafft. Lehrer oder Direktionen würden sich Geräte wünschen“ und Eltern müssten diese kaufen.

'Wünsch Dir was' auf Elternkosten

"Faktisch wird dies nun um die „Laptops, Tablets-PC und ähnliches (!)“ erweitert werden", kritisiert Gernot Schreyer, Präsident der Elternvertretung der mittleren und höheren Schulen. Das Rundschreiben sei ein "Freibrief für ein 'Wünsch Dir was'" auf Elternkosten. Sie fordern vom Ministerium eine klare Regelung, wer die Entscheidung über Anschaffungen trifft.

Im Bildungsministerium will man sich nun mit allen Betroffenen zusammensetzen. um zu klären, "wo die Druckpunkte sind". Gleichzeitig betont man dort allerdings, dass der Schulgemeinschaftsausschuss (SGA) und damit die Eltern schon jetzt laut Gesetz bei der Anschaffung aller Arten von Lehrmitteln zumindest eine beratende Funktion hätten. Zusätzlich gebe es soziale Unterstützung für Schüler aus Familien mit weniger Geld.

 

(rovi/APA)

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