Gesamtschule wird nicht in allen Wiener Bezirken getestet

Dass ganz Wien eine Modellregion für die Gesamtschule werden soll, ist derzeit vom Tisch. Man habe das Ziel weiter, es gebe aber keine Mehrheit dafür, sagt die SPÖ.

(c) Die Presse (Fabry)

Seit Jahrzehnten ist die Gesamtschule das Nummer-eins-Streitthema des Bildungsbereichs. Während die SPÖ nichts lieber täte als eine solche einzuführen, ist die ÖVP traditionell dagegen. Bei der Bildungsreform, die vor fast einem Jahr paktiert wurde, hatte man sich auf Modellregionen geeinigt - nur um gleich danach wieder über die Größe dieser Regionen zu streiten. So intensivierte sich der Streit wieder. In Vorarlberg pochte die schwarz-grüne Regierung darauf, das ganze Bundesland umzustellen.

Auch in Wien wurde die gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen wieder zum Streitthema. Denn die rot-grüne Stadtregierung hätte gern die gesamte Stadt zur Modellregion der Gesamtschule gemacht. Laut Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) sollte sie dann 2025 die Regelschule sein. Im Dezember wurde eine Steuerungsgruppe dazu eingerichtet.

Diese Forderung ist nun aber offenbar vom Tisch. Wien habe die Forderung, die gemeinsame Schule im ganzen Bundesland testen zu wollen, aufgegeben, berichtet der „Standard“. Das sei insofern bemerkenswert, als SPÖ und Grüne in ihrem Regierungsübereinkommen für Wien festgelegt haben, das ganze Bundesland zur Modellregion machen zu wollen. "Wir haben dieses Ziel weiterhin, aber es gibt keine Mehrheit dafür, und wir können es nicht alleine durchsetzen", wurde das Büro der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) zitiert.

Es dürfte also bei der Bestimmung bleiben, auf die sich SPÖ und ÖVP im November geeinigt haben: In einer Modellregion pro Bundesland dürfen nicht mehr als 15 Prozent aller Schulstandorte der jeweiligen Schulart beziehungsweise aller Schülerinnen und Schüler beteiligt sein.

Zuvor hatte schon Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) im Interview mit der „Presse“ das Thema nach hinten gereiht. Auf die Frage, ob die Gesamtschule für sie keine Priorität habe, hatte sie geantwortet: "Für mich hat eine Schule mit verschränkter Ganztagsbetreuung Priorität".

 

(Red.)

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