ÖVP will fixe Herbstferien für alle

Familienministerin Karmasin will drei schulautonome Tage streichen und in den Herbst verlegen. Die Sommerferien sollen gleich lang bleiben.

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(c) Clemens Fabry

Wien. Pünktlich am letzten Tag der Osterferien hat Familienministerin Sophie Karmasin eine neuerliche Debatte über die Schulferien angestoßen. Die ÖVP will fixe Herbstferien für alle Schüler einführen – und dafür drei schulautonome Tage streichen. Die Herbstzeit sei für die Schüler eine sehr anstrengende Zeit ohne verlässliche Pause, die maximale Überforderung und Burn-out produziere, sagte Karmasin.

Bildungspsychologen würden die freie Zeit im Herbst für sehr sinnvoll halten. So könnten die Schüler Kraft tanken oder Stoff nachlernen. Und für die Eltern wäre die Planbarkeit erhöht. Die eigentlich für Schulferien verantwortliche Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) wurde in die Erarbeitung des ÖVP-Vorschlags nicht eingebunden.

Sie ist grundsätzlich nicht gegen die Idee, anstelle einiger schulautonomer Tage einheitliche Herbstferien einzuführen. Bei der Vorbereitung für das Schulautonomiepaket hätten sich Schüler, Eltern und Lehrer aber zuletzt dagegen ausgesprochen. Sollte sich in den Stellungnahmen zum Begutachtungsentwurf doch zeigen, dass der Wunsch nach Herbstferien besteht, werde sie das gerne mit ihrem Verhandlungspartner ÖVP-Staatssekretär Harald Mahrer diskutieren. Karmasin möge doch eine Stellungnahme abgeben.

 

Frei ab dem 26. Oktober

Derzeit gibt es an den Pflichtschulen vier schulautonome Tage pro Jahr, an weiterführenden Schulen fünf. Zwei dieser Tage werden vom Bundesland vorgegeben, die anderen Tage werden an jeder Schule vom Schulgemeinschaftsausschuss oder vom Schulforum festgelegt. Je nach Schultyp sollen laut dem ÖVP-Vorschlag in Zukunft ein bis zwei schulautonome Tage pro Jahr übrig bleiben. Von 26. Oktober bis 2. November sollen jedes Jahr die Herbstferien dauern. Dafür fallen drei autonome Tage weg – egal, wie viele es wirklich braucht, um die Lücken zwischen den Feiertagen zu füllen. Die Sommerferien sollen gleich lang bleiben wie sie derzeit sind: nämlich neun Wochen.

Hier hat Karmasin ihre Meinung geändert: Mitten in den vergangenen Sommerferien hatte sie nämlich gefordert, diese um zwei Wochen zu verkürzen und stattdessen im Herbst Ferien einzuführen. Das nicht für alle nachvollziehbare Argument: Die Betreuung der Kinder sei dann einfacher. Das eigentliche Organisationsproblem für Eltern seien aber die schulautonomen Tage, sagte sie gestern mit der Frau-in-der-Wirtschaft-Chefin Martha Schultz an der Seite. Diese autonomen werden zwar schon jetzt teilweise für Herbstferien genützt. Wenn mehrere Kinder unterschiedliche Schulen besuchen, können die freien Tage jedoch unterschiedlich fallen.

Aus diesem Grund wird regelmäßig über die schulautonomen Tage diskutiert. Als Stadtschulratspräsident in Wien hatte Jürgen Czernohorszky – inzwischen SPÖ-Bildungsstadtrat – zuletzt eine Reform gefordert. Entweder sollten alle Tage bundeslandweit vorgegeben werden. Oder es sollten wie bisher nur zwei Tage fix sein – Familien sollten entscheiden dürfen, an welchen restlichen zwei bzw. drei Tagen ihre Kinder freinehmen. Seine Vorgängerin im Stadtschulrat, Susanne Brandsteidl (SPÖ), hatte sich schon früher dafür ausgesprochen, die schulautonomen Tage ganz abzuschaffen und durch Sporttage zu ersetzen. Karmasin selbst hatte vor drei Jahren gefordert, die autonomen Tage auf Länderebene zu vereinheitlichen.

 

Neos wollen kürzere Ferien

Über den neuen Vorschlag freuen sich die Grünen: Damit übernehme die ÖVP nämlich eine Idee von Bildungssprecher Harald Walser: „Jetzt heißt es Gas geben.“ Die Neos halten einheitliche Herbstferien zwar für sinnvoll. Neun Wochen Sommerferien würden aber an der Lebensrealität der Familien vorbei gehen: sieben seien genug.

(beba)

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