Geflüchtete Lehrer dürfen unterrichten

In einem zweisemestrigen Kurs werden Flüchtlinge mit entsprechenden Vorkenntnissen an der Uni Wien für heimische Schulen ausgebildet.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Geflüchtete Lehrer werden ab September in einem zweisemestrigen Zertifikatskurs an der Uni Wien für den Einsatz an österreichischen Schulen ausgebildet. Im Rahmen des Kurses werden bildungswissenschaftliche Grundlagen und Wissen rund um das österreichische Bildungswesen vermittelt, um sie in das Schulsystem integrieren zu können.

Der Zertifikatskurs "Bildungswissenschaftliche Grundlagen für Lehrkräfte mit Fluchthintergrund", ausgehend von dem gleichnamigen Forschungsprojekt der Uni Wien, richtet sich an Lehrer mit Fluchthintergrund, denen bereits eine Asylberechtigung oder subsidiärer Schutz zugesprochen wurde. Unterrichtssprache ist Deutsch. "Es sind viele hoch qualifizierte Akademiker gekommen, die in der Schule dringend gebraucht werden und von deren Integration ins Bildungssystem Österreich sehr profitieren wird", sagte Gottfried Biewer, wissenschaftlicher Leiter des Zertifikatskurses.

Theorie und Praktika

Neben einer theoretischen Ausbildung müssen die Teilnehmer auch Praktika an Pflichtschulen oder AHS absolvieren. Die nachgebildeten Lehrkräfte sollen dann unter anderem dabei helfen, neuangekommene Schüler ins Bildungssystem zu integrieren und die Kommunikation mit den fremdsprachigen Eltern erleichtern. Mittels Sondervertrag sind die Teilnehmer nach einem erfolgreichen Abschluss der zwei Semester berechtigt, in ihren bereits studierten Fächern zu unterrichten. Für einen regulären Vertrag als Lehrer muss allerdings - falls nicht vorhanden - ein zweites Fach nachstudiert werden.

Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Ausbildung in einem für den österreichischen Schuldienst relevanten Fach auf zumindest Bachelor-Level sowie Unterrichtserfahrung. Außerdem müssen die Teilnehmer in Wien, Niederösterreich oder Burgenland ansässig sein. Die Zusage der 30 verfügbaren Plätzen erfolgt im August, davor werden die Kandidaten zu persönlichen Gesprächen geladen.

Die Kursgebühren trägt das Außenministerium. Stadtschulrat und Universität Wien stellen Räumlichkeiten und Praktikumsplätze zur Verfügung. Für die Deckung des Lebensunterhalts kommen das AMS Wien und das AMS Niederösterreich auf.

(APA)

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