Hammerschmid will Ressortzuständigkeit vom Kindergarten bis zur Uni

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) möchte neben der Schule auch für Kindergärten und Hochschulen zuständig sein.

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Bildungsministerin Sonja Hammerschmid
APA/ROBERT JAEGER

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) fordert die Bündelung der Zuständigkeit für Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Uni unter dem Dach eines Ressorts. Die Schnittstellen im System zu verbessern sei das Gebot der Stunde, sagte Hammerschmid bei einem Besuch eines generationsübergreifenden Projekts des Pensionisten-Wohnhauses Haus Döbling und der Wiener Kinderfreunde am Freitag.

Der Kindergarten sei die erste und zentrale Bildungseinrichtung, da Kinder in diesem Alter besonders leicht lernen, so die Ministerin zur Austria Presseagentur. Deshalb möchte sie Kindergarten, Schule und den Hochschulbereich im Bildungsressort zusammenführen, um die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Einrichtungen zu verstärken. Durch die Bildungsreform sei die Kommunikation zwischen Kindergarten und Schulen bereits verbessert worden, jedoch fehle noch ein einheitlicher Qualitätsrahmen für Kindergärten, die derzeit ganz unterschiedlich arbeiten würden.

Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gefordert

"Volksschulpädagogen berichten mir immer wieder, dass es für sie extrem herausfordernd sei, sich dem Unterricht regulär zu widmen, da die Kinder so unterschiedliche Kompetenzen mitbringen. Wir müssen daher festlegen, was Kinder im Kindergarten lernen sollen und was sie können müssen, wenn sie in die Schule kommen", sagte die Ministerin. Denn wenn der Umstieg leichter fiele, könne man den Kindern frustrierende Erlebnisse in der Schule ersparen. Ein wichtiger Punkt seien hier die sprachlichen Kompetenzen.

Zudem solle jedes Kind Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem ersten Lebensjahr und das zweite Gratis-Kindergartenjahr haben. Das würde besonders Alleinerziehenden helfen und die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung verbessern, so Hammerschmid. Ein Kindergartenplatz in Wien verursache zwischen 700 und 800 Euro Kosten, berichtete Christian Morawek, Geschäftsführer der Wiener Kinderfreunde. Die Aufwände sind für Hammerschmid jedoch kein Argument: "Es geht um die Prioritätensetzung in unserer Gesellschaft."

In Bildung zu investieren sei die beste Möglichkeit, Wirtschaftswachstum nachhaltig abzusichern, so die Ministerin. Sie würde sich freuen, nach den Nationalratswahlen am 15. Oktober an einem integrativen Konzept für Kindergarten, Schule und Hochschule zu arbeiten.

(APA)

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