Streik, Scheitern, Sauerei: Und ewig Grüßt die Lehrer-Mehrarbeit

Die Mehrarbeit für Lehrer ist wieder da: Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) malt dieses Schreckensszenario an die Wand, um vor türkis-blauer Bildungsbudgetpolitik zu warnen. Und wohl, um Unstimmigkeit in die Koalitionsverhandlungen zu bringen.

Die ÖVP hat allerdings Medienberichte über Verhandlungen des Bildungsbudgets zurückgewiesen. Medienberichte, wonach es für die Bildung nicht mehr Geld und keine zusätzlichen Lehrkräfte geben wird, seien demnach falsch. Es gebe noch keine Verhandlungen übers Budget.

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Die Mehrarbeit für Lehrer ist einer der prominentesten Wiedergänger in der Bildungspolitik: Zuletzt holte Ex-Kanzler Werner Faymann die Idee vor eineinhalb Jahren aus der Schublade, um das dreistellige Loch zu stopfen, das im Bildungsbudget seit Jahren mitgeschleppt wird.

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„Das ist ein Affront, eine riesengroße Sauerei“, sagt der oberste Pflichtschulvertreter Paul Kimberger dazu. „Es ist eine Aussage der übelsten Sorte – allertiefste Schublade.“ Sein AHS-Kollege schalt den Kanzler für Lehrerbashing - und regte an, doch dessen eigenen Posten einzusparen.

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Vor gut zwei Jahren hatte die damalige Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ihre Erfahrungen mit der hitzigen Debatte gemacht: Sie dementierte damals gehement, dass sie die Budgetrettung via Mehrarbeit plane.

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Ihr Vorgängerin im Bildungsministerium, Claudia Schmied (SPÖ), scheiterte fulminant, als sie es im Jahr 2009 wagte, offen zwei Stunden mehr zu fordern. Die Lehrer drohten mit Streik - und Schmied wurde von ihrem eigenen Parteichef Werner Faymann im Regen stehen gelassen.

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