Kritik an Aus für Bifie-Institut

Ministerin Hammerschmid bevorzugt die derzeitige Struktur. Bildungsforscher fordern mehr Unabhängigkeit für das Institut.

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 Bildungsministerin Sonja Hammerschmid.
Bildungsministerin Sonja Hammerschmid. – (c) APA/GEORG HOCHMUTH

Wien/Salzburg. Es könnte das letzte Mal gewesen sein, dass das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) den Lesetest präsentiert hat: Geht es nach den schwarz-blauen Bildungsverhandlern, soll das Institut nämlich aufgelöst werden. Während die Bifie-Chefin Claudia Schreiner dazu nichts sagen wollte, erklärte die scheidende Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ), dass sie ein Aus für das Bifie nicht für gut halte: Die Bildungspolitik brauche wissenschaftliche Begleitung, Objektivität und Neutralität. „Daher gefällt mir die Struktur, wie sie bisher ist, schon recht gut.“

Auch Bildungsforscher sind gegen die Auflösungspläne – wenngleich sie „einzelne Kritikpunkte an der Arbeit des Bifie“ ansprechen. Insgesamt wäre es aber „ein unverantwortlicher Rückschritt (...), auf die Arbeiten eines externen Instituts zu verzichten“, heißt es in einer Stellungnahme der ÖFEB, die 300 Forscher vertritt, die sich mit dem Bildungswesen befassen. Sinnvoller wäre, das das Bifie aufzuwerten und die Unabhängigkeit des Instituts – gemeint ist wohl: vom Bildungsministerium – zu stärken. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ÖVP und FPÖ planen, die standardisierten Testungen der Schüler weiter auszubauen, sei das Institut wichtig.

 

Zentralmatura wurde schon abgegeben

Das Bifie-Institut stand in der Vergangenheit unter anderem wegen Pannen in der Kritik, von einem Datenleck bis zu unvollständigen Matura-Prüfungsbögen. Inzwischen wurde das Institut schon verkleinert: Die Zentralmatura-Agenden sind heuer zum Bildungsministerium gewandert. Nach wie vor beim Bifie liegen die Durchführung internationaler Studien wie PISA, die Erhebung der Bildungsstandards und die Erstellung des jährlichen nationalen Bildungsberichts. (beba)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2017)

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