Rechenfehler bei der Zentralmatura

43.000 Prüflinge und zwei Zwischenfälle: Ein Lehrer beendete die Matura eine Stunde zu früh, ein Schüler schummelte mit Hilfe seines Nachhilfelehrers.

Symbolbild.
Symbolbild.
Symbolbild. – (c) imago/United Archives Internatio (Roger Bamber / TopFoto)

Wien. Rechenfehler bei der Mathematikzentralmatura sind nicht ungewöhnlich – es sei denn, sie werden nicht von den Schülern, sondern vom zuständigen Mathematikprofessor begangen. So ist das bei der Reifeprüfung am Mittwoch in einem Gymnasium im 21. Bezirk in Wien passiert. Der Lehrer hat dort die Matura statt nach 4,5 nach 3,5 Stunden beendet.

Dieser Fehler und die Folgen stellen derzeit das Bildungsministerium und den Stadtschulrat vor einige Fragen. Denn als der Fehler bemerkt wurde, wurde die Klasse nach einigen Unsicherheiten nach einer halben Stunde zur Fortsetzung der Prüfung zurückgeholt. Die Pause sowie die Tatsache, dass nur jene Schüler weiterarbeiten durften, die ihre Arbeit nicht schon vorzeitig abgegeben hatten, sorgen derzeit unter Betroffenen für Diskussionen und könnte noch zu Beschwerden führen. Die Maturaarbeiten sollen trotz des Fauxpas bewertet werden.

Nicht fortsetzen durfte die Matura hingegen ein Schüler in Graz, der ein Smartphone in die Klasse geschmuggelt hatte und von dort seinem Nachhilfelehrer die Aufgaben per Foto übermittelte. Dieser hatte sogar Antworten übermittelt, bevor die Schummelei aufflog.

Abgesehen von diesen Einzelfällen ist es bei der Mathematikmatura, die immerhin von 43.000 Schülern an allgemeinbildenden (AHS) und berufsbildenden höheren Schulen (BHS) gleichzeitig absolviert wurde, aber zu keinen größeren Zwischenfällen gekommen.

 

„Schwieriger, aber schaffbar“

Ersten Reaktionen zufolge dürfte die heurige Mathematikmatura zwar „schwieriger als im Vorjahr“ (und zwar vor allem an den BHS), aber „schaffbar“ gewesen sein, so fasste es Bundesschulsprecher Harald Zierfuß, der heuer selbst maturiert, im Gespräch mit der „Presse“ zusammen. Es seien „schon ein paar Fallen“ in den Aufgaben gewesen. „Geschenkt war die Matura nicht, für eine gute Note musste man schon etwas zeigen“, so der Bundesschulsprecher. Die Aufgaben sind auf der Zentralmatura-Infoseite des Bildungsministeriums (www.srdp.at) abrufbar.

In der Mathematik gibt es traditionell jedes Jahr die meisten Fünfer, wobei die Quote zwischen zehn und rund 20 Prozent schwankt. Im Regelfall erfahren die Maturanten ihre Noten zumindest inoffiziell rund eine Woche nach der jeweiligen Reifeprüfung. Das ist für sie wichtig, weil sie im Fall einer negativen Note mit der Vorbereitung auf die Kompensationsprüfungen am 5. und 6. Juni beginnen müssen. Bei diesen kann ein Fünfer ausgebessert werden. Offiziell werden die Noten erst nach einer Konferenz festgelegt.

Aufgrund des gestrigen Feiertags gibt es vorerst eine Reifeprüfungspause. Die nächste Klausur steht am kommenden Dienstag (15. Mai) mit Latein bzw. Griechisch auf dem Programm. Abgeschlossen wird mit Französisch (16. Mai) und Italienisch (17. Mai). Die mündliche Matura kann frühestens zwei Wochen nach der letzten schriftlichen Prüfung stattfinden – heuer also ab 1. Juni. Im Regelfall stehen allerdings die ersten mündlichen Prüfungen erst drei Wochen nach dem Abschluss der schriftlichen auf dem Programm. Das Bestehen der schriftlichen Matura ist übrigens keine Voraussetzung für das Antreten bei der mündlichen. (j. n./APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.05.2018)

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