Flughafenkontrollen vor Ferien? Wirbel um „Stasi-Methode“

Lehrervertreter will nie Kontrollen gefordert haben. Dass kurz vor Ferienbeginn weniger Schüler in den Klassen sitzen, sei aber ein Problem.

Symbolfoto: Flughafen Wien
Symbolfoto: Flughafen Wien
Schulschwänzen: Lehrervertreter für Kontrollen am Flughafen – Clemens Fabry

Was tun gegen Eltern, die ihren Kindern eigenmächtig die Ferien verlängern? Das Thema ließ am Dienstag die Wogen hochgehen: Weil Lehrergewerkschafter Paul Kimberger angeblich Polizeikontrollen am Flughafen forderte, warf ihm der FPÖ-Bildungssprecher Wendelin Mölzer „Stasi-Methoden“ vor. „Diese Forderung ist klar abzulehnen“, wetterte Mölzer.

Allerdings will Kimberger das ohnedies nie so gesagt haben. „Ich habe keine polizeilichen Kontrollen gefordert und ich fordere auch keine“, weist er im Gespräch mit der „Presse“ den entsprechenden „Österreich“-Bericht zurück. „Man sollte in den Tagen vor Schulschluss auch am Wiener Flughafen schauen, wer sich dort aufhält“, wird er dort zitiert.

Gemeint gewesen sei damit, dass das nicht nur in Bayern – wo zuletzt eben die Polizei 20 Schwänzer schnappte –, ein Thema sei und dass es hier wohl eine Dunkelziffer gebe. An vielen Schulen mache man die Beobachtung, dass an Zwickeltagen bzw. rund um die Ferien weniger Schüler anwesend seien. „Damit senden Eltern die Botschaft aus, die Schule sei nicht so wichtig“, sagt Kimberger. „Was ich fordere ist eine Sensibilisierung dafür, dass Unterrichtszeit wertvoll ist.“

Begründete Genehmigung

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat sich bereits gegen solche Polizeikontrollen ausgesprochen. Die neue Regelung, laut der bei Schulschwänzen höhere Strafen und erstmals Mindeststrafen drohen, habe eine „klare Signalwirkung, dass die Schulpflicht nicht missachtet werden darf. Ich würde es dabei belassen und nicht die Polizei einsetzen.“

Schüler können prinzipiell eine Genehmigung bekommen, um „aus begründetem Anlass“ dem Unterricht fernzubleiben. Bis zu einen Tag kann der Klassenlehrer erlauben, bis zu einer Woche die Direktion, mehr als das der Landesschulrat oder der Stadtschulrat. Aus Wien heißt es aber: Urlaubsverlängerung – etwa, weil ein Flug dann günstiger ist – ist kein solcher begründeter Anlass.

 

>>> Artikel in "Österreich"

(beba)

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