Rudolf Taschner: „Studienanfänger haben immer öfter unverzeihliche Rechenschwächen“

Für ÖVP-Bildungssprecher Rudolf Taschner sind die Zentralmatura und ihre Macher schuld am sinkenden Wissen. Die Unis dürften sich dem nicht anpassen. Es sei "Schande genug, dass sich die Lehrer den Didaktikern unterwerfen müssen".

ÖVP-Bildungssprecher Rudolf Taschner
ÖVP-Bildungssprecher Rudolf Taschner
„Studienanfänger haben immer öfter unverzeihliche Rechenschwächen“ – Clemens Fabry

Sowohl beim ersten als auch beim zweiten Antritt sind heuer bei der Mathematikmatura viele Schüler durchgefallen. Deshalb soll die Zentralmatura verändert werden. Weshalb spricht eigentlich niemand darüber, dass die Leistung der Schüler verbessert werden muss?

Rudolf Taschner:
Es gibt zwei Dinge, die ich mir von der Matura erwarte: Erstens soll sie überprüfen, ob Schüler Hochschulreife mitbringen. Zweitens sollen Schüler zeigen können, was sie in ihrer Schullaufbahn gelernt haben. Diese beiden Zwecke sind bei der Matura zu beachten. Darin sehe ich den Handlungsbedarf, weniger im Unterricht.

Die Schüler beherrschen Mathematik also. Die Matura zeigt das nur nicht?

Das ist zu hart ausgedrückt. Die Sache ist die: Als Mathematikprofessor sage ich mir: „Ich möchte den Stoff wirklich gut unterrichten. Aber ich habe zugleich die Pflicht, dass ich die Kinder durch die Matura bringe.“ Das führt dazu, dass die Arbeit überfordert. Man bringt den Kindern einerseits die schöne Mathematik bei, und andererseits bereitet man sie auf den staatlichen Test vor. Das Teaching to the test, das Lehren mit dem Fokus auf Prüfung, ist nicht gerade das Edelste. Darunter leidet das Mathematikwissen.

Professoren der TU Wien haben kürzlich „ein stetes Absinken der mathematischen Kenntnisse von Studienanfängern“ beklagt. Sehen Sie das auch?

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