Sexualkunde: Mehr Information für Eltern

Nach Debatte: Lehrer müssen in der Klasse bleiben.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wien. Nachdem seit Monaten heftig über Sexualkunde an Schulen diskutiert wird, will das Bildungsministerium nun per Erlass einen Schlussstrich ziehen – mit neuen (und nicht ganz so neuen) Spielregeln, die Generalsekretär Martin Netzer am Dienstag vorstellte.

Demnach müssen die Eltern rechtzeitig über Organisation, Inhalte und Materialien informiert werden, wenn ein Verein in die Schule geholt wird – egal, zu welchem Thema. Die Letztentscheidung liege beim Lehrer – wenn die Mehrheit der Eltern dagegen ist, werde ein Workshop in der Praxis aber nicht stattfinden.

Die Lehrer werden darauf hingewiesen, dass sie dafür verantwortlich sind, was Vereine in die Schule bringen. Sie müssen (und mussten eigentlich immer schon) bei den Workshops dabei sein. Und wenn es konkret im Bereich Sexualkunde Zweifel an der Qualität gibt, sollen sie sich an Clearingstellen in den Bildungsdirektionen wenden. Diese sollen ab April Schulen beraten.

Was den Verein Teenstar angeht, dessen umstrittene – laut Eigenangaben veraltete – interne Schulungsunterlagen die Debatte ausgelöst hatten, zeichnet sich kein Verbot ab. Was medial kolportiert worden sei, sei „ein absolutes No-go“, sagt Netzer. In den im Ministerium vorgelegten Unterlagen wurden die kritisierten Punkte aber nicht gefunden.

Insgesamt ortet Netzer bei den rund hundert Aufklärungsvereinen „Extrempositionen von verschiedenen Seiten“ – man müsse in alle Richtungen genau schauen. Er setzt dabei auf die Schulaufsicht. (beba)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2019)

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