Zentralmatura: Weniger Schüler fallen in Mathe durch

Nach der Kompensation sind noch rund fünf Prozent der Maturanten negativ. Deutlich sichtbar ist die Kluft zwischen Schultypen und Geschlechtern.

Wien. Rund fünf Prozent der Maturanten sind dieses Jahr in Mathematik durchgefallen. Das hat Bildungsministerin Iris Rauskala gestern bekannt gegeben. Sie gab sich zuversichtlich, dass mit den Änderungen, die ihr Vorgänger Heinz Faßmann (ÖVP) nach den sehr schlechten Resultaten im Vorjahr umgesetzt hat, die „Trendumkehr“ in Mathematik geglückt ist.

Bei der schriftlichen Klausur hatten in Mathematik dieses Jahr 11,2 Prozent der Maturanten einen Fünfer – voriges Jahr 22,4 Prozent. Nach der Kompensationsprüfung waren noch 4,8 Prozent der AHS-Maturanten negativ (2018: 7,1). An den BHS war die Verbesserung weniger stark: 15,5 Prozent der Schüler schafften den schriftlichen Teil nicht (2018: 18,9), nach der Kompensation hatten noch fünf Prozent einen Fünfer (2018: 5,2).

In Deutsch bzw. Englisch sind die Ergebnisse ähnlich wie voriges Jahr. Nach der Kompensationsprüfung hatten in Deutsch noch rund ein Prozent der Maturanten einen Fünfer, in Englisch waren es zwei (AHS) bzw. an den BHS drei Prozent (siehe Grafik).

 

Oberösterreich ist vorne

Je nach Schulform unterscheiden sich die Ergebnisse deutlich. An Oberstufengymnasien (die mehr Schüler aus bildungsfernen Familien haben) in Mathematik mit 7,4 Prozent fast doppelt so viele Fünfer wie an achtjährigen AHS (3,8). An den BHS haben an HAK und HLW mehr als doppelt so viele Schüler ein Nicht genügend wie an HTL – für den Maturabeauftragten Kurt Scholz ein Argument für eine vorsichtige Differenzierung.

Nach Bundesländern ist Oberösterreich mit den Mathematikeinsern an der Spitze. Salzburg ist bei den Einsern auf Platz zwei – hat aber noch vor Wien die meisten Fünfer. In Wien hat aber mehr als ein Drittel der Schüler in Mathematik einen Vierer – die Hauptstadt landet damit insgesamt auf dem letzten Platz. Bei den BHS ist neben Oberösterreich auch die Steiermark sehr gut, die meisten Fünfer gab es in Wien und Tirol.

Was sich bei der Matura deutlich zeigt ist die Geschlechterkluft: Während 51 Prozent der Gymnasiastinnen in Deutsch ein Sehr gut oder Gut hatten, waren es bei den Burschen 41 Prozent. In Mathematik waren dagegen nur 24 Prozent der AHS-Schülerinnen so gut – dafür erreichten 34 Prozent der Burschen ein Gut oder Sehr gut. Ähnlich sieht es auch in den BHS aus.

Rauskala sieht die Zentralmatura als ein „Mammutprojekt“, das über viele Jahre feinjustiert werden müsse. In den kommenden Jahren (wenn auch nicht sofort) werde dann auch Deutsch auf dem Programm stehen. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2019)

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