Promis in der Schule: Streber, Fünfer, Nachzipf

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Auch Promis und Politiker mussten die Schulbank drücken. Wie es ihnen dabei ergangen ist und was sie gerne ändern würden? DiePresse.com hat nachgefragt - bei Richard Lugner, Claudia Schmied, Alf Poier und Co.

Von Bernadette Bayrhammer(c) Clemens Fabry
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Richard Lugner

Volks- und Hauptschule in Wien-Leopoldsstadt, HTL für Hochbau in der Schellinggasse, Wien 1.

Vorzugsschüler war Richard Lugner keiner. In der Mittelschule haperte es mit den Sprachen. Er sei mehr mathematisch begabt gewesen, sagt Lugner. Aus der Hochbau-HTL drückte der die Schulbank gemeinsam mit dem späteren Architekten Hans Hollein. Und auch der berühmteste Baumeister Österreichs konnte einiges für seinen Beruf mitnehmen, sagt er. Prägendstes Erlebnis? Das Lager am Semmering, in das seine Klasse während des Kriegs verlegt worden ist.

(c) EPA (ROBERT JAEGER)
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Florian Scheuba

Volksschule Roseggergasse in Perchtoldsdorf, Gymnasium Keimgasse, Mödling.

"Die Sonne scheint mir auf den Penis, scheen is", zitiert Kabarettist Florian Scheuba die morgendliche Aufmunterung durch seinen Geografie-Lehrer. "Das habe ich in der Schule fürs Leben gelernt." Was noch? Jedenfalls das Künstlerische. Als Lebenskünstler schlug er sich durch das Gymnasium. Mit Erfolg: einem guten nämlich, den er bei der Matura absahnte. Und auch die ersten Schritte als Kabarettist tat er schon während der Schulzeit. Da gründete er nämlich "Die Hektiker".
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Was Florian Scheuba an der Schule gerne ändern würde? Parteibuchwirtschaft gehört verboten, meint er. Die Landesschulbehörden sollten aufgelöst werden. Und dafür das ganze gesparte Geld direkt in die Schulen und die Ausbildung von Lehrern investiert.(c) Michaela Bruckberger
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Alf Poier

Volksschule St. Peter ob Judenburg, Hauptschule und HAK in Judenburg.

In der ersten Volksschule weigerte sich der kleine Alf Poier, in die Schule zu gehen. "Ich bin ständig davongelaufen und hab wochenlang nur geweint, weil ich nach Hause zur Mama wollte", erzählt er. Durchgedrückt hat er es dennoch, sogar streberhaft. Doch, "als nach der Matura dann plötzlich das Leben vor mir stand haben mir leider Integralrechnungen und break even point Berechnungen nichts genutzt."(c) Mani Hausler
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Änderungsvorschläge hat Alf Poier (im Web) auch: Die Schule sollte sich weniger daran orientieren unserer gesellschaftlich verordneten Erfolgs- und Leistungsmonokultur dienlich zu sein, meint er. Sie sollte vielmehr jedem Kind helfen, sein Wesen zu erkennen. "Ein zufriedener Straßenkehrer hat aus meiner Sicht im Leben mehr erreicht als ein frustrierter Key-Account-Manger."(c) EPA (Boriss Kolesnikovs)
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Claudia Schmied

Volksschule in Neu-Kagran, Gymnasium Bernoullistraße in Kagran.

Wären alle Schüler so, wie Claudia Schmied in ihrer Schulzeit, hätte die Unterrichtsministerin heute wohl weniger Ärger mit ihren Lehrern. "Lernen und Neues-Entdecken hat mir Freude gemacht", sagt sie. Auch, wenn sich die Ministerin nicht in die Streber-Schublade stecken lassen will. "Der prägendste Eindruck war für mich, dass es den Lehrerinnen und Lehrern geglückt ist, uns Schülerinnen in den Mittelpunkt zu stellen."
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Das wünscht sie sich auch für die Schule heute. Lehrerinnen und Lehrer sollen die Jugend dabei unterstützen, Freude, Zuversicht, Engagement und soziale Verantwortung zu haben, meint die Ministerin. Und: "In allen Schulen soll fürs Leben gelernt werden können."(c) REUTERS (LEONHARD FOEGER)
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Beatrix Karl

Volks- und Hauptschule in Bad Gleichenberg, Oberstufenrealgymnasium in Feldbach.

Wenn die Unterrichtsministerin schon keine Streberin war, so war die frühere Wissenschaftsministerin zumindest "strebsam", sagt sie. Streberin, das will sie aber auch nicht auf sich sitzen lassen. Was die Ministerin in der Schule fürs Leben gelernt hat? Dass sich das ernsthafte Herangehen sowie Spaß und Freude nicht ausschließen. "Es braucht im Leben beides." Genauso sehr braucht es Chancengleichheit. Die wünscht sich die Ministerin in der Schule künftig stärker.(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
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Jeannine Schiller

Verschiedene Mädchenpensionate

"Eine ganz traurige Zeit" war die Schulzeit für Society-Lady Jeannine Schiller. Sie sei von Pensionat zu Pensionat geschickt worden, sechs oder sieben insgesamt, erinnert sich Schiller. "Immer neue Schulen, neue Lehrer, neue Kinder." In einer der Schulen wurde sie als schlechtes Beispiel für die anderen Mädchen abgestempelt: Nachdem sie, ungeschickt, als Achtjährige die Unterschrift der Mama fälschte. "Dabei wollt ich nur am Wochenende nach Hause", sagt Schiller. Sie sei in der Schule "sehr unglücklich" gewesen. "Deshalb habe ich auch mit 18 geheiratet."(c) APA (Robert Newald)
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Michael Häupl

Benediktiner in Seitenstetten, Bundesrealgymnasium Krems

Im Jahr 1968 Jahr maturierte Michael Häupl in Krems. Von der 68er Generation war der heutige Wiener Bürgermeister damals aber weit entfernt: Unter dem Kneipnamen "Roland" war Häupl in der schlagenden Verbindung "Rugia" aktiv, was er dann alsbald bleiben ließ.(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
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Aktiv war Häupl auch beim Fußball - mitunter mehr als beim Lernen, erzählt er. "Ich hab natürlich auch Fünfer und einmal sogar einen Nachzipf gehabt." Zum Schluss ist es sich jedenfalls immer ausgegangen. Ende gut, alles gut.(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)
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Promis in der Schule: Streber oder Fünferkandidaten?

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