Deutschland: Schwuler Lehrer darf nicht länger Religion unterrichten

Die offizielle Begründung ist die Kritik des Theologen an der katholischen Kirche in einem Buch. Der Lehrer vermutet als wahres Motiv allerdings seine Homosexualität.

Deutschland Schwuler Lehrer darf
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(c) AP (Carolyn Kaster)

Der Kölner Erzbischof hat dem schwulen Theologen David Berger die Erlaubnis zum Religionsunterricht entzogen. Die offizielle Begründung ist seine Kritik an der katholischen Kirche, die Berger in seinem Buch "Der heilige Schein" übte. Wie Spiegel und Zeit Online berichten, vermutet der Lehrer als wahres Motiv allerdings seine Homosexualität.

Der Erzbischof begründete die Abberufung damit, dass Bergers Kritik sein Vertrauen zerstört habe. "Bei jedem anderen Arbeitgeber würde das auch zu Konsequenzen führen", sagte sein Sprecher. Das wäre, als wenn ein Bankangestellter öffentlich sagen würde, "Rechnen kann ich nicht so gut, und mit Abrechnungen nehm ichs auch nicht so genau."

Berger selbst sagte, seine Abberufung gehe auf den Druck konservativer Kräfte zurück, die ein Problem mit seiner Homosexualität hätten. Er nannte unter anderem die Internetseiten Kreuz.net und Kath.net. Kreuz.net kommentierte den Entzug der Lehrerlaubnis mit dem Satz: "Jetzt hat der Homo, was er wollte", und bezeichnete Berger als "gestört".

 

(Red.)

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