Masterstudium künftig für alle Lehrer Pflicht

Spätestens fünf Jahre nach dem Bachelor sollen Lehrer künftig ihren Master machen - sonst fliegen sie raus. Langfristig soll Pädagogen an sechs bis sieben neuen Einrichtungen ausgebildet werden.

Lehrerausbildung Verpflichtender Master fuer
Lehrerausbildung Verpflichtender Master fuer
(c) Clemens Fabry

Immer noch wird über Details der neuen Lehrerausbildung diskutiert; einige Eckpunkte sind allerdings schon fixiert ("Die Presse" berichtete). So soll etwa jeder Pädagoge - vom Kindergarten bis zur Höheren Schule - verpflichtend ein Masterstudium abschließen, so der Leiter der Vorbereitungsgruppe, Ex-VP-Bundesrat Andreas Schnider. 

Der Bachelor soll vier Jahre dauern. Die modulartige Ausbildung umfasst eine „gemeinsame Basis“ für alle Pädagogen – vom Kindergarten bis zur AHS. Hier sollen die Querschnittmaterien (etwa das pädagogische Handwerkszeug) unabhängig vom gewählten Schultyp gelehrt werden; die übrige Ausbildung ist gesplittet in die Lehrbefähigung für die Altersgruppe null bis sechs, sechs bis zehn, zehn bis 14 und 14 bis 19 Jahre. Dann geht es in die einjährige „Induktionsphase“, in der alle angehenden Lehrer (unter fachkundiger Betreuung) bereits am Schulstandort arbeiten.

Verpflichtender Master in fünf Jahren. Das Masterstudium kann direkt an den Bachelor angeschlossen oder aber innerhalb von maximal fünf Jahren berufsbegleitend absolviert werden. Zwar unterrichten Lehrer auch schon mit dem Bachelor, allerdings mit befristetem Vertrag und unter stärkerer Beobachtung. Haben sie nach fünf Jahren noch immer keinen Master und können auch keine andere wissenschaftliche Weiterentwicklung nachweisen, fliegen sie raus. Festgestellt soll das bei sogennanten "Qualifizierungsgesprächen" werden. Sprich: In Ausnahmefällen können Fachleute eine Verlängerung dieser fünfjährigen Frist erteilen.

Drei verschiedene Master-Modelle. Fixpunkt dabei ist professionelles Mentoring durch einen erfahrenen Pädagogen. Beim einjährigen "Induktionsmaster" sollen Studenten beweisen, dass sie wissenschaftliches Arbeiten in der Praxis anwenden können, etwa, indem sie eine Methode zur Verbesserung des sinnerfassenden Lernens in ihrer Klasse anwenden und wissenschaftlich beobachtet. Einen zweijährigen Master brauchen diejenigen, die neben der Altersgruppe, für deren Unterricht man im Bachelorstudium ausgebildet wurde, noch eine andere Altersgruppe unterrichten wollen. Das dritte Mastermodell richtet sich an jene, die etwa als Mentor oder Direktor arbeiten wollen.

Bessere Möglichkeiten für Quereinsteiger.
So könnten sich jene, die schon Fachkenntnisse aus der Praxis haben, etwa eine abgeschlossene Lehre, Teile der Fachausbildung anrechnen lassen. Dasselbe soll für jene gelten, die schon eine pädagogische Ausbildung nachweisen können.

Ausbildungsstätten mit universitärem Niveau. Hinsichtlich der Frage an welchen Institutionen die Lehrerausbildung künftig stattfinden soll, müsse es noch "eine gehörige Portion an Diskussionen" geben, sagt der Leiter der Vorbereitungsgruppe, Andreas Schnider, im Gespräch mit der "Presse". Zwei Konzepte sind denkbar: Die Lehrerausbildung an eigenständigen "Schools of Education" bzw. neuer Fakultäten an den Unis, oder die Schaffung selbstständiger pädagogischer Unis. "Das Match ist noch offen", sagt Schnider. Das fertige Konzept soll erst nach Ostern präsentiert werden.

Ziel ist es das Fachwissen von Uni-Lehrenden und didaktisch-pädagogische Kenntnisse von PH-Vortragenden zu verbinden. Welche PH bzw. Unis sich dabei zusammenschließen, sollen diese selbst entscheiden. Am Schluss sollen anstelle der 15 PH und der dutzenden pädagogischen Einrichtungen an den Unis sechs bis sieben neue autonome Lehrerausbildungsstätten stehen.

In der Übergangszeit ab 2013 sollen Teams aus den Rektoraten der PH bzw. Unis gemeinsam die Organisation und die jeweiligen Fachexperten die Curricula erarbeiten. Begleitet werden sie dabei von einem Entwicklungsrat, wie er etwa auch die Gründung der Uni Klagenfurt begleitet hat. Die Idee laut Schnider: Die zuständigen Ministerien sagen, welche Kriterien Kindergartenpädagogen oder Lehrer erfüllen müssen, damit diese übernommen werden.

(APA/RED)

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