Erfolgreich abgebrochen

Berühmte Abbrecher: Mark Zuckerberg (Facebook), Biotechnologin Elizabeth Holmes (mit 19 Millionärin) und Journalismusstudium-Abbrecher Brad Pitt. / Bild: (c) Bloomberg, „Forbes“, APA/EPA/CHRISTOPHER JUE, Beigestellt 

Mit Studium bekommt man leichter einen Job. Es geht aber auch ohne. Sofern man entsprechend vorbereitet ist.

 (Die Presse)

So ein Studienabbruch macht doppelt Stress: Zuerst die Entscheidung aufzugeben, was einen früher einmal begeistert hat. Und dann einen Job finden – ohne stolz auf einen Titel vor oder hinter dem eigenen Namen hinweisen zu können.

Gut, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte sich seinen Job selbst geschaffen, ehe er die Eliteuniversität Harvard ohne Abschluss verließ. Auch wem es gerade an einer millionenschweren Idee mangelt, der hat auf dem Arbeitsmarkt durchaus gute Chancen. Christoph Schmölzer, Partner bei der Personalberatung Iro & Partners, nimmt Abbrechern den Druck: Manche Unternehmen, besonders aus dem gewerblichen Bereich, suchten sogar gezielt nach Abbrechern mit Erfahrung.

Empfehlung empfohlen. Am einfachsten ist es – auch für Abbrecher – über eine Empfehlung zu einem Job zu kommen. Wenn diese Variante nicht möglich und ein „offizielles“ Verfahren nötig ist, rät Barbara Schopper, Geschäftsführerin bei Schulmeister Finance Professional Search, den Lebenslauf besonders klar zu strukturieren. „Berufliche Erfahrungen und frühere Jobs schön herausarbeiten, aufschlüsseln und erklären: Was habe ich in diesem Job gemacht?“ Diese Jobs sollten dann längere Engagements sein und nicht bloß Sommerjobs. Auch so zeige man: Ich bin ein Mensch, der etwas hinbekommt. „So lenkt man die Aufmerksamkeit auf die Leistung“, sagt Schopper.

Verschweigen sollte man den Abbruch weder im Lebenslauf noch im Motivationsschreiben. Liegt er erst kurz zurück, sagt Schmölzer, würden Formulierungen wie „Studium von . . . bis dato“ kaschieren.

Die Story zählt. Den Grund für den Abbruch empfiehlt Personalberater Florens Eblinger, Geschäftsführer von Eblinger & Partner, im Bewerbungsgespräch mit einer nachvollziehbaren Geschichte zu erklären. Etwa, dass man mit der Zeit mehr Zeit im Projekt als im Hörsaal verbracht habe und deshalb das Studieren hat sein lassen. Oder, dass man die Uni für etwas aufgegeben hat, was es einem wert war.

Eines ist Eblinger wichtig: Einen Abschluss zu haben ist gut. Um für einen Job ausgewählt zu werden, „punktet man auch mit Persönlichkeit“. Und diese drückt sich nicht nur durch Titel aus.

Übrigens: Frauen sind in Sachen Studium konsequenter als Männer. An öffentlichen Universitäten schließen 54 Prozent der Frauen ab (Männer: 52 Prozent), die ein Studium beginnen, an Fachhochschulen sogar 84 Prozent der Frauen, aber nur 76  Prozent der Männer.

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