FH Kufstein: Die "familienfreundliche" Hochschule

Die Fachhochschule Kufstein ist eine von drei Fachhochschulen in Österreich, die sich durch besondere Leistungen im Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Studium auszeichnet.

Kufstein Auszeichnung familienfreundliche Hochschule
Kufstein Auszeichnung familienfreundliche Hochschule
(c) FH Kufstein Tirol Bildungs GmbH (FH Kufstein Tirol Bildungs GmbH)

Kufstein/Red. In gut zwei Wochen ist es soweit: Die FH Kufstein erhält das Zertifikat „hochschuleundfamilie“. Dabei handelt es sich um ein „Gütesiegel“, das bestätigt, dass sich die Hochschule um familienfreundliche Studienbedingungen bemüht. Damit ist sie die einzige FH in Westösterreich und auch insgesamt nur eine von dreien unter den 21 Fachhochschulen, die sich dem dreijährigen Verfahren unterzogen hat und nach der Definition von Maßnahmen und Zielen das Grundzertifikat erhalten wird.

„Zentral für unsere Strategie zur Schaffung von familienfreundlichen Strukturen sind Änderungen in der Prüfungs- und Studienordnung“, erklärt Michael Lüthi, Rektor der FH Kufstein. Das heißt, dass pflegebedingte Abwesenheit – sei es wegen Kindern oder anderen Angehörigen – künftig als Entschuldigungsgrund für Fristen- und Prüfungsversäumnisse sowie für Abwesenheiten gelten werden. Zusätzlich will man in Zukunft bei Veranstaltungen an der Fachhochschule Kinderbetreuung anbieten. „Für die Schaffung eines Kindergartens ausschließlich für unsere Studierenden sind wir als FH zwar zu klein, aber wir werden sie bei der Vermittlung von Betreuungsplätzen in den umliegenden Gemeinden unterstützen“, führt Lüthi aus. Weiters positiv auswirken dürfte sich, dass die FH Kufstein vor allem im Bereich der Masterstudien auf berufsbegleitende Modelle setzt. Denn die erst kürzlich erschienene Studierendensozialerhebung zeigt, dass der Anteil von Studierenden mit Kindern in solchen Studiengängen doppelt so hoch ist wie im Durchschnitt unter allen Studierenden (neun Prozent). In FH-Vollzeitstudiengängen ist der Anteil der Studierenden mit Kind nur halb so hoch (drei Prozent).

 

Internationalisierung zentral

Aber nicht nur die Familienfreundlichkeit nennt Lüthi als ein zentrales Anliegen. Er sieht vor allem die Internationalisierung als Alleinstellungsmerkmal seiner Fachhochschule, die auf wirtschaftliche Studienrichtungen spezialisiert ist. „Nicht, dass das andere nicht auch machen würden“, gesteht Lüthi ein. Aber die Strategie, die an der FH Kufstein verfolgt werde, sei in dieser Form einzigartig. So muss jeder Vollzeitstudierende im Laufe seines Studiums ein Semester im Ausland zubringen. Dadurch, dass man diesen Austausch mit 150 verschiedenen Partnerhochschulen Welt betreibt, fallen für die Studierenden auch im Auslandssemester „nur“ die 363,36Euro an Studiengebühren, die an der FH Kufstein zu zahlen sind, an. Reise- und Lebenserhaltungskosten werden teilweise durch entsprechende Stipendien abgedeckt – es gebe Überlegungen, diese Förderungen auszubauen, erklärt Lüthi.

Probleme mit Anrechnungen gebe es bei diesem Auslandssemester nicht - dafür sorge das sogenannte „Learning Agreement“, das vor der Abreise in Abstimmung mit der Studiengangsleitung erstellt und im Zielland bestätigt wird. Besonders beliebt seien unter den Studierenden vor allem englischsprachige Länder wie die USA, Kanada, Neuseeland und Australien. Aber auch asiatische Länder wie etwa Südkorea oder die chinesischen Metropolen Peking und Hongkong erfreuen sich immer größerer Beliebtheit unter den Studierenden, erklärt Lüthi.

Im Gegenzug kommen jedes Jahr 100 Gaststudierende an die FHKufstein. Deshalb hat man die Umstellung auf Bachelor und Master auch dazu genützt, das Lehrangebot anzupassen: Mindestens 20Prozent aller Fachlehrveranstaltungen werden auf Englisch abgehalten.

Auf einen Blick

Die Fachhochschule Kufstein bietet in den Bereichen Wirtschaft und Technik, Wirtschaft und Management sowie Wirtschaft und Gesellschaft 17 Studiengänge – Vollzeit und berufsbegleitend – an. Dazu kommen Post-Graduate-Programme in Kooperation mit Partnerhochschulen im Ausland. Derzeit absolvieren 1300 Personen aus 30 Nationen ein Studium an der FH Kufstein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.11.2012)

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