Was aus der alten WU wird

Angewandte oder Parlament könnten alte Gebäude nutzen. Gastronomen bangen um ihr Geschäft.

WU Wien
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WU Wien – Die Presse

Wien/Cim. Während im zweiten Bezirk ein neues Studentenviertel wächst, könnte ein anderes sterben. Die Zukunft des Areals um die alte WU ist unsicher. Seit Monaten laufen Verhandlungen mit der Universität für angewandte Kunst und der Akademie der bildenden Künste als Zwischennutzer während der Sanierung. Auch einige WU-Institute könnten vorerst in ihren alten Räumlichkeiten bleiben.

Verträge seien noch nicht unterschrieben, sagt Ernst Eichinger, der Sprecher der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Theoretisch, sofern die Adaptierung abgeschlossen ist, könnten im Herbst neue Nutzer einziehen. Die Kunststudenten könnten sich den Komplex ab 2016 mit Parlamentariern teilen – diese könnten während der Sanierung des Parlaments in die WU ausweichen. Ob das geschieht, soll 2014 entschieden werden.

Die Immobilienexperten von J+P sind in ihrem letzten Grätzelbericht zum Schluss gekommen, dass das Viertel um die alte WU eines der kritischsten Wiens sei, dass eine Abwertung drohe. Aber das hänge von der Nachnutzung ab.

Für das Grätzel – und vor allem für die Gastronomen, die von den Studenten leben – heißt das: abwarten. „Natürlich ist das Absiedeln ein Thema. Aber das Gebäude bleibt ja, und es werden andere Nutzer kommen“, gibt sich Stefan Gärtner, der Geschäftsführer des „9er Bräu“, recht gelassen. Schließlich seien die Studenten auch vier Monate im Jahr nicht an der Uni – und das überlebe das Braulokal auch.

Die Betreiber der Partylokale in den Stadtbahnbögen um die Station Nußdorfer Straße machen sich da mehr Sorgen. „Die Studentenszene wird sich verlagern“, meint Christian Becker, Geschäftsführer der Bar „Das Lokal“. Sein Lokal zähle nicht zur Kernpartyzone, es ziehe mit Livemusik gemischtes Publikum an. „Aber man kann nicht einschätzen, wie es weitergeht.“ Werde das Gebäude weitergenutzt, sei es für die Gastronomie nicht dramatisch. „Aber wenn wir sieben Jahre lang eine Baustelle vor der Türe haben, dann wird es schwierig“, sagt Becker. Nachsatz, nicht ganz im Ernst: „Dann sperren wir zu und machen halt einen Würstelstand für die Bauarbeiter.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.03.2013)

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