Weiterbildung: Sportlerlaufbahn, Teil II

Neue und bewährte akademische Weihen für Trainer, Profis und Amateure.

(c) Gepa

Die Olympischen Spiele sind entschieden, die Sieger stehen fest, die Verlierer auch. Nicht nur für Markus Rogan stellt sich die Frage: Was kommt nach der aktiven Sportler-Laufbahn? Immer öfter: eine akademische Weiterbildung – nicht nur des Sportlers, sondern auch des Trainers. „Von dieser Sorte gibt es in Österreich viel zu wenig. In Peking hat sich gezeigt, dass hauptsächlich ausländische Trainer österreichische Olympiateilnehmer betreuen“, so Gunnar Prokop, medial bekannter Damen-Handballtrainer, zum Thema. Um diesen Zustand zu ändern, hat Prokop seine Erfahrungen als Trainer und Kenner der Sportszene bei der Entwicklung des neuen Studiengangs „Training & Sport“ zur Verfügung gestellt. Das sechssemestrige Bachelor-Studium an der FH Wiener Neustadt gibt es vorerst als Vollzeitstudium, in Kürze soll eine berufsbegleitende Variante folgen. Auch ein weiterführender Masterstudiengang wird von der Fachhochschule vorbereitet. Schließlich „ist das Angebot als typisch zweiter Bildungsweg konzipiert“, so Studiengangsleiterin Sabine Pata.

 

Spitzen-Trainer

„Unser Fokus liegt auf einer Trainerausbildung im Hochleistungssport.“ Vom Angebot sollen sich aktive Sportler ebenso angesprochen fühlen wie jene, die im Begriff sind, ihre Karriere zu beenden. „Zielgruppe sind Personen, die bereits über Wettkampferfahrung verfügen und aufgrund ihres Könnens das nötige Potenzial mitbringen, um als Trainer aufstrebende Nachwuchssportler an die Spitze zu bringen“, so Pata. Den Absolventen würden zahlreiche Karrieremöglichkeiten offen stehen – etwa in leistungsdiagnostischen Einrichtungen im Sportmanagement von Spitzenathleten, in nationalen wie internationalen Trainingszentren oder als Trainer in Verbänden und Vereinen.

 

Netzwerk

Letzteres streben allerdings auch jene Absolventen an, die auf einer der vier Bundessportakademien eine dreisemestrige Ausbildung zum staatlichen Trainer durchlaufen oder sogar nach vier Semester und einer dreijährigen Praxiszeit die Diplomtrainerausbildung abgelegen. Um die Vielfalt der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeit am Trainingsmarkt übersichtlicher zu machen, soll daher in Zukunft ein Netzwerk gebildet werden. Und – so der Plan laut Staatssekretär Reinhard Lopatka – die Bezeichnung Trainer als Berufstitel anerkannt werden.

 

Neue Job-Aussichten

Beim Arbeitsmarktservice rechnet man im Profisport wie in der Sportbetreuung von Hobbysportlern auch in Zukunft mit guten Beschäftigungschancen. Allerdings mit der Einschränkung, dass etwa ein Drittel der Beschäftigten als Selbstständige oder Werkvertragsnehmer Geld verdienen.

Johannes Kainberger, Geschäftsführer der „body & health academy“ ortet allerdings steigenden Bedarf: „Die Bevölkerungsstruktur ändert sich. Die Generation 50plus ist fit und will in Sachen Gesundheit und Bewegung altersadäquat betreut werden. Kainberger bietet neben speziellen Diplomlehrgängen Lehrgänge universitären Charakters (LuC) an, die dazu berechtigen, beispielsweise den Titel eines akademischen Sport- und Fitnesstrainers zu führen

Wer hingegen lieber ins Managemet einsteigen will, findet im MBA Sport- und Gesundheitsmanagement der Vitalakademie (in Zusammenarbeit mit der SMA Sales Manager Akademie) eine adäquate Weiterbildung. Dieses berufsbegleitende Fernstudium wurde für aktive und ehemalige Leistungssportler, für Führungs(nachwuchs)kräfte, die in Clubs, Vereinen, Unternehmen der Freizeit- und Sportwirtschaft oder ähnlichen Institutionen eine Tätigkeit im Management ausüben oder ausüben wollen, entwickelt. Schwerpunkte sind unter anderem Sportökonomie, Sport und Gesellschaft, Bewegung und Gesundheit, Recht, Ernährung und Stressmanagement.

AUF EINEN BLICK

www.fhwn.ac.at
FH Wiener Neustadt

www.bodytrainer.at
Body&Health Academy

www.bafl.at,
Bundessportakademien

www.vitak.at,
Vitalakademie

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2008)

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