Gesetz: Institute verlieren Selbstständigkeit

Das Archäologische Institut und das Institut für Geschichtsforschung werden in die Akademie der Wissenschaften und die Uni Wien eingegliedert.

(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Wien. Zwei außeruniversitäre Forschungsinstitute verlieren ihre Selbstständigkeit und werden in größere Einrichtungen eingegliedert. Konkret betroffen sind das Österreichische Archäologische Institut (1898 gegründet), das zur Akademie der Wissenschaften kommt, und das Institut für Österreichische Geschichtsforschung (existiert seit 1854), das der Universität Wien zugeordnet wird.
Dies hatte der Rechnungshof mehrfach gefordert. Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hat am Montag auch diese Gesetzesänderung in das Begutachtungsverfahren geschickt (siehe oben stehenden Bericht). Derzeit sind die beiden Institute nachgeordnete Dienststellen des Wissenschaftsministeriums. Und als solche an die Rahmenbedingungen der Bundesverwaltung gebunden, die für reine Forschungseinrichtungen „nicht mehr optimal“ seien, wie es in dem Gesetzesentwurf heißt.

 

Widerstände beseitigt

Zudem sollten mit der Integration der langfristige Bestand gesichert sowie institutionelle und wissenschaftliche Synergien genutzt werden. Finanzielle Auswirkungen durch die Integration der beiden Institute sind laut Gesetzesentwurf nicht zu erwarten.

Die Direktoren des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI) und des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung (IÖG) sehen die geplante Integration in die Akademie der Wissenschaften beziehungsweise in die Uni Wien vorsichtig positiv. Sabine Ladstätter (ÖAI) meinte: „Moderne Forschungseinrichtungen brauchen Strukturen, die in einer nachgeordneten Dienststelle nicht gegeben sind.“ So sei das Institut in der derzeitigen Organisationsform vom Aufnahmestopp für öffentlich Bedienstete betroffen, was zu einem sukzessiven Abbau von Posten geführt habe.

IÖG-Chef Thomas Winkelbauer gesteht ein, sich lange gegen eine Eingliederung „gesträubt“ zu haben. Er hoffe, dass die gefundene Form als eigene Organisationseinheit, die dem Rektor untersteht, die Bewahrung der Identität ermögliche. Wichtig sei dies auch, um Langzeitprojekte sicherstellen zu können. (red./APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2015)

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