"Plagiatsjäger": Ghostwriting an Unis ist am Vormarsch

"Ich habe einen Mann aus Pakistan gefunden, der mir um 250 Euro innerhalb von 48 Stunden eine Seminararbeit geschrieben hat", sagt Stefan Weber.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Der Plagiats-Sachverständige Stefan Weber ortet einen Vormarsch des Ghostwriting an den Universitäten. Wieso nimmt das Verfassen von Arbeiten für andere seiner Meinung nach zu? "Der Trend, dass immer mehr auf Englisch publiziert wird, führt nach meiner Beobachtung dazu, dass immer mehr Leute die Texte nicht mehr selbst schreiben", so Weber am Donnerstagabend.

"Die Branche läuft auf Websites wie freelancer.com. Ich habe das selbst ausprobiert und einen Mann aus Pakistan gefunden, der mir um 250 Euro innerhalb von 48 Stunden eine Seminararbeit geschrieben hat", schilderte Weber seinen Selbstversuch. Die Qualität sei hoch gewesen. "Wenn ich die Arbeit an einer österreichischen Uni einreiche, bin ich mir sicher, dass ich ein Sehr Gut oder Gut bekomme."

Außerdem sei da noch "Luft nach oben", vermutete Weber. Begüterte Studierende könnten sich auch Toparbeiten um 800 Euro kaufen. Er selbst habe für sein Experimente nur nicht mehr investieren wollen: "Und da habe ich im Rahmen der Auktion schon zehn Angebote bekommen."

Wenn man den Aufwand hochrechne, kriege man eine Bachelorarbeit um rund 2.000 Euro, meinte Weber. "Die Arbeiten sind genuin neu geschrieben und plagiatsgeprüft. Ich kann das nur jedem empfehlen, der schnell zu einem Abschluss kommen will", fügte er an.

 

(APA)

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