Studenten bekommen 100.000 Euro Unterstützung

Die ÖH unterstützt die Uni-Proteste finanziell. Die AktionsGemeinschaft bezeichnet das als "Subventionierung der Sachbeschädigungen". Grissemann und Stermann drehen doch nicht im Audimax.

Besetzung des Audimax der Uni Wien, Studenten  Photo: Michaela Bruckberger
Besetzung des Audimax der Uni Wien, Studenten  Photo: Michaela Bruckberger
(Michaela Bruckberger)

Die Österreichischen Hochschülerschaft hat am Wochenende mit einer breiten Mehrheit beschlossen, die Studenten-Proteste mit 100.000 Euro zu unterstützen. Damit sind aber nicht alle ÖH-Fraktionen glücklich. Die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) sieht darin eine "Bankrott-Erklärung der linken ÖH-Minderheitenexekutive". Die 100.000 Euro entsprächen in etwa der Summe der vorläufigen Schäden am Gebäude der Uni Wien - für die AG ist dies daher eine "Subventionierung und Toleranz der Sachbeschädigungen".

Antrag schreiben und Rechnung vorlegen

Mit den 100.000 Euro will die ÖH protestierende Studenten in ganz Österreich unterstützen und nicht nur die Besetzer des Audimax an der Uni Wien. Das Geld stamme aus Rücklagen der vergangenen Jahre und müsse "zweckgebunden" eingesetzt werden, also etwa für die Anmietung einer Anlage bei einer Demonstration. Die Studenten müssten jeweils einen Antrag schreiben und eine Rechnung vorlegen - der Ablauf sei der gleiche wie bei einem Projektantrag.

"Care-Pakete" aus Deutschland

Anderweitige Hilfe erhalten die Hörsaal-Besetzer aus Deutschland. Seit Montag Früh ist ein Bus der Uni Kiel nach Österreich unterwegs, der die Protestierenden mit "Care-Paketen" - gefüllt "mit allem, was man in so einem besetzten Hörsaal vielleicht gebrauchen kann: Lebensmittel, Zeitschriften, Toilettenpapier, usw." - versorgen soll.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (ÖVP) auf eine Beschränkung des Uni-Zugangs. Die Unis sollten selbst festlegen, wie viele Studienplätze sie mit einer garantierten Qualität anbieten können, sagte Leitl am Sonntag.

Wer darf was studieren: Uni-Zugang in Österreich

Vorerst kein Gespräch mit Rektorat

Vorerst keinen Gesprächstermin gibt es zwischen den Besetzern des Audimax und der Uni-Leitung. Zwar haben die Studenten Vertreter des Rektorats für Mittwoch ins Plenum eingeladen. Eine Diskussion im gesamten Plenum sieht das Rektorat aber als nicht zielführend. Man wolle über Sachthemen sprechen, "eine Diskussion mit dem gesamten Plenum wird diesem Ziel nicht gerecht." Die ÖH soll nun Plenumsvertreter für ein Gespräch mit dem Rektorat nominieren.

Absage von Grissemann und Stermann

Die Besetzer müssen am Dienstag auf den Besuch der beiden Kabarettisten Dirk Stermann und Christoph Grissemann verzichten. Die Aufzeichnung ihrer Sendung "Willkommen Österreich" wurde aus logistischen Gründen ins Studio verlegt. Die protestierenden Studenten müssen sich deshalb mit experimentellen Kurzfilmen von Uni-Besetzungen in Griechenland begnügen.

80 Vorträge im Austria Center

Unterdessen will die Uni Wien offenbar sichergehen, dass keine weiteren Hörsäle zweckentfremdet werden. In einem Mail an die Lehrenden wird darum gebeten, "dass nach der Lehrveranstaltung die Hörsäle versperrt werden und die Schlüssel nicht in die Hände Unbefugter gelangen".

Durch die Besetzung des Audimax und des Hörsaals C1 am Uni-Campus im Alten AKH sind bis inklusive Samstag vergangener Woche 80 Lehrveranstaltungen mit insgesamt 46.500 Studenten ins Austria Center und die Messe Wien verlegt worden.

(APA/Red.)

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