ÖVP appelliert an Rektor: Audimax soll geräumt werden

VP-Generalsekretär Kaltenegger fordert den Rektor der Uni Wien auf, den seit über 40 Tagen besetzten Hörsaal räumen zu lassen. Scharfe Kritik kommt deshalb von Grünen und SPÖ. Das Rektorat setzt weiter auf Verhandlungen mit den Besetzern.

(c) Michaela Bruckberger

Die ÖVP fordert den Rektor der Uni Wien, Georg Winckler, dazu auf, für die Räumung des seit mittlerweile mehr als 40 Tagen besetzten Audimax zu sorgen. Dafür stünden ihm eine Reihe an Maßnahmen offen, so VP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger: "Er ist ja immerhin Hausherr". Auf die Frage, ob dies auch eine polizeiliche Räumung umfasse, meinte Kaltenegger: "Auch diese Möglichkeit steht dem Rektor offen".

Mittlerweile habe die Hörsaal-Besetzung an der Hauptuni Kosten von mehr als einer Mio. Euro verursacht, so der VP-Generalsekretär. Das Audimax werde zum Studieren, Lehren und Prüfen gebraucht. Es gehe nicht an, dass eine "absolute Minderheit" von zehn bis 15 Besetzern den ordentlichen Betrieb lahmlege. Studenten könnten so Probleme mit ihrem Stipendium bekommen - hier sei auch einmal Solidarität der Besetzer gefragt.

Scharfe Kritik an diesen Aussagen kommt von den Grünen: Die ÖVP wolle "friedliche Studierende", die mit den Besetzungen gegen die von ihr verschuldete Uni-Misere protestieren würden, "abführen lassen wie Schwerverbrecher", so Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald. SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl lobte unterdessen Winckler, der sich "wohltuend vom Agieren der ÖVP" abhebe.

Uni Wien setzt auf "politische Lösung"

Das Rektorat der Universität Wien setzt weiterhin auf Verhandlungen mit der Studentenprotestbewegung, um eine Freigabe des sAudimax zu erreichen, so eine Sprecherin des Rektorats. Aus Sicht der Uni Wien "sind politische Lösungen immer besser" als eine Räumung des Hörsaals.

"Unser Ziel ist es, möglichst bald wieder den Vorlesungsbetrieb im Audimax stattfinden zu lassen", so die Sprecherin. Deshalb gebe es am Freitag schließlich eine Diskussion des Rektorats mit dem Plenum des Audimax.

Auch die Besetzer selbst sprechen von einem "wichtigen Termin". Wie es weitergehe, hänge aber stark von dem Gespräch mit Rektor Georg Winckler ab, so ein Mitglied der Presse AG. Auch Lösungen wie eine Weiterführung der Besetzung bei gleichzeitiger Ermöglichung des Vorlesungsbetriebs könnten debattiert werden, so die Sprecherin der Besetzer. Allerdings "muss das das Plenum entscheiden", die Haltung der Mehrheit der Besetzer in dieser Frage könne sie nicht einschätzen.

Kalteneggers Aufforderung zur Räumung einen Tag vor dem von den Besetzern lange geforderten Besuch des Rektorats im Plenum nannte die Sprecherin "ungeschickt". Und auch im Falle einer Räumung hält sie ein Ende der Besetzung für unwahrscheinlich. "Wenn geräumt wird, wird geräumt. Ich glaube nicht, dass wir deshalb aufgeben."

Auch JVP für Räumung

JVP-Chef Sebastian Kurz ist auf ÖVP-Kurs: Winckler solle "endlich aufwachen und die sofortige polizeiliche Räumung des Audimax anordnen". Derzeit würden sich im Audimax nur mehr wenige "traurige Gestalten" und Obdachlose einfinden. "Dafür sind die Betreuungseinrichtungen der Stadt Wien zuständig, aber das ist sicher nicht Aufgabe der Universität!" Die Kosten der "teuersten Studenten-WG" des Landes würden sich in der Zwischenzeit auf 16.000 Euro pro Tag summieren. Dafür könnten die "übrig gebliebenen Hausbesetzer" billiger im Hotel Imperial logieren, so Kurz.

((c) APA/Red.)

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