Unis: „Superministerium ist eine gute Idee – aber“

Universitäten wollen nicht Verschubmasse sein. Initiative fordert einen breiten Dialog und Bildungsziele.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wien. Die Rektoren wünschen sich einen für die Unis zuständigen Minister mit Ahnung von Wissenschaft. „Ein ,Super-Ministerium' für Bildung, das auch die Verantwortung für die Universitäten umfasst, ist grundsätzlich eine gute Idee – vorausgesetzt, die Bundesministerin oder der Bundesminister versteht auch etwas von Wissenschaft und Forschung“, sagte Rektorenchef Oliver Vitouch.

Er erwartet sich von einer neuen Regierung eine wettbewerbsfähige Finanzierung der Unis – konkret: Dass das Ziel, bis zum Jahr 2020 zwei Prozent des BIP in den Hochschulsektor zu stecken, in konkrete Maßnahmen umgesetzt wird. Wovor er warnt: Das Wissenschaftsressort dürfe in den Regierungsverhandlungen nicht als eine „Verschubmasse“ gesehen werden.

Auch andere äußern bereits ihre Wünsche, was die Ressortverteilung in der Bildung angeht: Die Kindergärten müssten in die Kompetenz des Bildungsministeriums wandern, forderte die Bildungsexpertin Heidi Schrodt für die Initiative Neustart Schule: Diese, in der sich Organisationen von Industriellenvereinigung über Raab-Stiftung bis zu Teach for Austria finden, drängt darauf, dass die nächste Regierung einen Dialog mit allen Betroffenen startet. Dabei sollen Bildungsziele definiert werden, die alle Schüler erreichen müssen, damit die Schulpflicht beendet ist. Darauf basierend sollen konkrete bildungspolitische Maßnahmen entwickelt werden. „Ideologische Grabenkämpfe und gegenseitige Blockaden bringen uns nicht weiter“, sagte IV-Chef Georg Kapsch.

 

„Das wäre eine Versündigung“

Weiters fordert die Initiative mehr Unterstützung für Lehrkräfte, eine Weiterentwicklung der Schulautonomie und einheitliche Qualitätsstandards und Rahmenbedingungen für Kindergärten. Wenn das nicht gelinge, wäre das „nicht nur eine Versündigung an der nächsten Generation, sondern auch verantwortungslos für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung“, warnte der Industrielle und Bildungsvolksbegehren-Initiator Hannes Androsch. (beba/APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2017)

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