Medizinplätze an Privat-Uni zukaufen?

Öffentliche Unis wehren sich gegen Ministeriumspläne.

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(c) APA/HELMUT FOHRINGER

Wien. Zumindest in einer Sache ist man sich einig: In Österreich droht ein Ärztemangel. Für die Lösung des Problems gibt es allerdings verschiedene Zugänge: Das Wissenschaftsministerium will Studienplätze an der privaten Paracelsus-Medizin-Universität in Salzburg ankaufen: Für neun Millionen Euro sollen 75 Plätze in den kommenden drei Jahren geschaffen werden, berichtet das Ö1-„Morgenjournal“. Die Begründung: Die öffentlichen Unis könnten den Ärztebedarf nicht erfüllen.

Dort ist man verwundert, wie es der Rektor der Med-Uni Wien, Markus Müller, formuliert: Dieser Auftrag sei ein „seltsam konstruierter Weg“, um dem Mangel entgegenzuwirken – und außerdem ein „ineffizienter Umgang mit öffentlichen Mitteln“, die in eine private Institution fließen sollen. Denn das Problem sei weniger, dass es zu wenig Studienplätze gebe. Sondern dass die ausgebildeten Mediziner nicht in Österreich bleiben. Hier müsse man eher ansetzen.

 

Rechtlich gedeckt

Im Wissenschaftsministerium betont man hingegen: Der Auftrag sei rechtlich gedeckt, und außerdem zeitlich befristet. Spätestens ab Vollbetrieb der Medizinischen Fakultät in Linz brauche man die Kooperation nicht mehr. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.12.2017)

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