Gefahr des "Absandelns": Mehr Mittel für Bildung und Forschung gefordert

Offenbar ist für den Bereich Wissenschaft und Forschung im Budget keine Erhöhung vorgesehen. Hannes Androsch fürchtet, dass Österreich "weiter absandelt".

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Hannes Androsch warnt.
Hannes Androsch warnt. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Mit einer "Dringlichkeitsempfehlung" für eine Aufstockung der Mittel für Bildung und Forschung hat sich der Vorsitzende des Forschungsrats, Hannes Androsch, zu Wort gemeldet. Anlass sei ein "Hilferuf aus den Ressorts" gewesen, dass die Budgetverhandlungen noch in dieser Woche abgeschlossen werden sollen und es "für den Bereich Wissenschaft und Forschung nicht gut aussieht", sagte Androsch.

Bereits Freitagnachmittaghatte der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) eine "Empfehlung zum Doppelbudget 2018/19" veröffentlicht. Darin werden mehr Mittel für Kindergärten, Schulen, Hochschulen und Forschung gefordert, gleichzeitig sollten auch Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz gesetzt werden.

"Die Stunde der Wahrheit schlägt mit dem Budget"

Androsch legte nach: "Ohne eine Erhöhung werden wir weiter absandeln", sagte er unter Hinweis auf den negativen Trend bei der Position Österreichs in den diversen Rankings der vergangenen Jahre. Auch wenn im Regierungsprogramm Pläne für ein Forschungsfinanzierungsgesetz oder eine Exzellenzinitiative stünden, "die Stunde der Wahrheit schlägt mit dem Budget, das ist das in Zahlen gegossene Regierungsprogramm". Das geplante Doppelbudget 2018/19 sei die wichtigste Weichenstellung für die Umsetzung des Regierungsprogramms.

Nachdem Bildung, Wissenschaft und Forschung bereits seit knapp zwei Jahrzehnten "stiefmütterlich behandelt" worden seien und Österreich weit hinter vergleichbaren Ländern hinterherhinke, richte der Forschungsrat nun den "dringlichen Appell an die Regierung, die gerade beginnende Legislaturperiode nicht zu einer Periode von Versäumnissen bei der Gestaltung der Zukunft zu machen".

Mit der Budgeterhöhung für die Universitäten - deren Budget für die Jahre 2019 bis 2021 wurde im Vorjahr bereits vom Nationalrat auf 11,07 Mrd. Euro fixiert, um 1,35 Mrd. mehr als in der derzeit laufenden Leistungsvereinbarungsperiode - könne nur der derzeitige Zustand gehalten werden. Das Problem sei, dass den Unis dadurch freie Mittel fehlen, die sie für strategische Zukunftsinvestitionen benötigen, sagte RFT-Mitglied Klara Sekanina.

Notwendig wäre insgesamt "deutlich mehr", speziell die im Wettbewerb vergebenen Mittel müssten erhöht werden, so Androsch. Würde man etwa das Budget des Wissenschaftsfonds FWF verdoppeln, erhielte dieser "immer noch nicht die Hälfte dessen, was sein Pendant in der Schweiz bekommt".

 

(APA)

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