Uni-Budget: SPÖ warnt vor "Dominoeffekt mit nicht abschätzbaren Folgen"

Ab Herbst 2019 soll es in Jus, Erziehungswissenschaften und Fremdsprachen Möglichkeiten für Zugangsbeschränkungen geben. Die SPÖ ortet einen "Kahlschlag".

Student am Juridicum in Wien
Student am Juridicum in Wien
Student am Juridicum in Wien – (c) Clemens Fabry (Presse)

Das Uni-Budget wird bis in das Jahr 2021 um 1,35 Milliarden Euro erhöht. Allerdings: Die Studienplätze sollen damit künftig gezielter finanziert werden. Am morgigen Mittwoch soll ein entsprechendes türkis-blaues Modell im Nationalrat beschlossen werden. Für SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl sind das keine guten Nachrichten. Sie warnt davor, dass damit in den nächsten drei Jahren mindestens 20.000 Studienplätze reduziert würden.

So sollen die 8603 Plätze für Rechtswissenschaften laut Kuntzls Berechnungen auf 4300 Plätze reduziert werden. Knapp die Hälfte weniger sollen es bei den Erziehungswissenschaften werden, bei den Fremdsprachen bleiben die durchschnittlich 3020 Anfänger-Plätze, rechnete sie am Dienstag im "Kurier" vor. Weiters warnt sie vor so geschürten finanziellen Problemen: "Um die Aufnahmeprüfung zu bestehen, werden Vorbereitungskurse angeboten, und die sind teuer. Sozial Schwache wird das abschrecken."

In "überlaufenen Studien" wie Psychologie und Medizin zählen Aufnahmeprüfungen bereits zum Standard. Ab Herbst 2019 soll es die Möglichkeit zu neuen Zugangsbeschränkungen in Jus, Erziehungswissenschaften und Fremdsprachen geben - für Kuntzl ein "Kahlschlag". Mehr noch: Damit werde "ein Dominoeffekt mit nicht abschätzbaren Folgen in Gang gesetzt".

Faßmann rechtfertigt "wichtigen Schritt"

Begründet wird die Reduktion seitens der ÖVP-FPÖ-Regierung indes damit, dass es in Fächern wie Jus bis zu 70 Prozent Studienabbrecher und etliche inaktive Studenten gibt. Überhaupt, so bekundete Bildungsminister Heinz Faßmann bereits mehrmals: "Wir verabschieden uns von der finanziellen Verteilung des Universitätsbudgets im Sinne von 'das war immer so' und gehen einen wichtigen Schritt in Richtung Finanzierung realer Leistungen in Forschung und Lehre."

Es gehe um eine Verbesserung der Studienbedingungen: "Wir wollen nicht weniger prüfungsaktive Studierende, sondern mehr und sie sollen eine echte Chance bekommen, in der vorgegebenen Zeit (plus Toleranzsemester) fertig zu studieren."

>>> Bericht im "Kurier"

(Red.)

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