Demo: ''Wir tanzen nicht zu eurer Bolognese''

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Mehrere tausend Teilnehmer sind Mitte März vom Westbahnhof über die Mariahilfer Straße, die ehemalige Zweierlinie und die Ringstraße gezogen, um gegen das Bologna-Studiensystem und die Jubiläumskonferenz zu zehn Jahren Bologna-Prozess zu protestieren.

VON BERNADETTE BAYRHAMMER UND GÜNTER FELBERMAYER
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Nach einem verhältnismäßig ruhigen Start mit zwei- bis dreitausend Demonstranten am Christian-Broda-Platz wuchs der Protest bis am Abend an. Die Polizei sprach gegen Ende der Demo von etwa 3200 Teilnehmern, die Organisatoren der Demo gar von zehn- bis zwölftausend.(c) DiePresse.com (Günter Felbermayer)
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Beim Parlament veranstalteten mehrere hundert Personen einen mehrminütigen Flashmob, stürmten die Rampen hinauf und enthüllten Transparente. Per Polizisten-Kette wurde die Parlamentsrampe geräumt.
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Ansonsten verlief die Demonstration ohne Zwischenfälle. "Wir sind hier, und wir bleiben", war der Tenor. Viele Studenten sehen den Protest als Wiederaufleben der Demonstrationen vom Herbst. "Bildung für alle, und zwar umsonst" und ähnliche Parolen erinnerten an die Demos, die auf die Audimax-Besetzung folgten.(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
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Die Studentenprotestbewegung wird bei der Aktion unter dem Motto "Bologna Burns" von 63 Organisationen unterstützt. Darunter die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH), die Globalisierungskritiker von Attac, die Wiener Grünen, Gewerkschaftsvertreter und mehrere sozialistische und kommunistische Verbände.(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
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Der Grüne Kandidat für die Wiener Gemeinderatswahl, Autor Klaus Werner-Lobo, sieht die Demonstration als Zeichen für das Wiederaufleben des Protests gegen Bildungs- und Sozialabbau. "Und das wird noch mehr werden", sagt er (zum Interview).
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Auf dem Christian-Broda-Platz kam bei der Auftaktkundgebung nur langsam Stimmung auf. Demonstranten schwenkten mit klammen Fingern Transparente. Vereinzelte Pfeifkonzerte und Parolen ("Make Bologna History") wurden kurz vor dem Abmarsch Richtung Ring lauter.(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
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Per Plakat kritisierten Demonstranten das Bologna-Studiensystem (mehr dazu: Bologna von A bis Z). Das neue System soll vom neuen "Bachelor" über den "Master" bis zum "Doktor" führen und die Studien im europäischen Hochschulraum vergleichbar machen. Die verpflichtende Studieneingangsphase (STEP) behindere den Studienfortgang gleich zu Beginn, kritisieren Studenten.(c) DiePresse.com (Günter Felbermayer)
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Am Podium ging es unterdessen vielsprachig zu. Neben der linken ÖH-Chefin Eva Maltschnig (die neben dem Bologna-Prozess auch die Studienbedingungen im Allgemeinen kritisierte und dazu aus dem Studierenden-Sozialreport zitierte) waren Vertreter aus Italien, Serbien, Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern geladen.(c) DiePresse.com (Günter Felbermayer)
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Aus Italien reiste eine rund 200-köpfige Delegation an. Aktivistin Sandy Veli aus Rom von dem Studenten-Netzwerk UniRiot freut sich über die Gelegenheit "zu sehen, was die anderen so machen". Italien sei das erste Land gewesen, in dem Bologna implementiert wurde, nun gehe es darum, sich international zu vernetzen.
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Sprachwissenschafts-Student Jakob (Mitte) will zeigen "dass wir uns nicht alles gefallen lassen". Ob "Bologna Geschichte" wird, wie das die Demo fordert? "So naiv bin ich nicht", sagt Jakob. Eine andere Umsetzung wäre aber wünschenswert.
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"Die Verschulung" kritisiert Politik- und Internationale Entwicklung-Studentin Iris (links) am meisten am Bologna-System. Kritisches Denken werde nicht mehr gefördert, alles drehe sich um einen "schnellen Abschluss".
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Nach der Auftakt-Kundgebung und einem kleinen Tänzchen (zum Aufwärmen) ziehen die Studenten über die Mariahilfer Straße ...
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... und die ehemalige 2er-Linie zum Hauptgebäude der Universität Wien und von dort zum Parlament.
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Dort findet besagter Flashmob statt. Die Polizei drängt die Demonstranten von der Rampe, diese ziehen weiter in Richtung Hofburg ...
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... wo vor verschlossenen Türen eine kurze Abschlusskundgebung stattfindet. Per Jingle werden noch Anweisungen gegeben, wie man sich bei der geplanten Blockade der anreisenden Minister zu verhalten hat (keine Gewalt, in Sechsergruppen aufteilen) und was man zu befürchten hat (Verwaltungsstrafe).
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Dann ist die Demo offiziell beendet. Viele Teilnehmer schließen sich einem der farblich gekennzeichneten Blöcke an, die sich aufmachen, den Ministern, die am Abend aus Budapest anreisen, den Weg in die Hofburg zu versperren und ihnen dadurch zu zeigen, was "Zugangsbeschränkungen" sind.
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Rund 150 Personen blockieren tanzend und trommelnd den Ring, es kommt zu kurzfristigen Wortgefechten mit Autofahrern. Die Polizei greift ein, als ein Einsatzfahrzeug ebenfalls blockiert wird, einige Demonstranten werden weggetragen, der Rest beendet kurz danach die Blockade freiwillig.
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Mehr Bilder von der Demonstration ...
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(c) DiePresse.com (Günter Felbermayer)
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(c) DiePresse.com (Günter Felbermayer)
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(c) DiePresse.com (Günter Felbermayer)
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(c) DiePresse.com (Günter Felbermayer)
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(c) DiePresse.com (Günter Felbermayer)
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