Was das neue Semester für Studenten bringt

Das Studienjahr hat begonnen. Es bringt ein neues Matrikelnummernsystem, Studiengebühren für berufstätige Langzeitstudenten und eine Wahl.

Symbolfoto: Hörsaal der Uni Wien
Symbolfoto: Hörsaal der Uni Wien
Was das neue Semester für Studenten bringt – Clemens Fabry

Das neue Studienjahr hat für die mehr als 380.000 österreichischen Studenten wieder begonnen. Es bringt einige Änderungen mit sich und wartet mit wichtigen Terminen auf. Ein Überblick.

Die größte Änderung im neuen Studienjahr ist eine, die sich in den Geldbörsen so mancher Studierender bemerkbar machen wird: Studiengebühren für berufstätige Langzeitstudenten kehren wieder. Betroffen sind Erwerbstätige, die die Regelstudienzeit um mehr als zwei Semester überschreiten.

Derzeit sind grundsätzlich alle Universitätsstudenten aus Österreich bzw. der EU innerhalb der Regelstudienzeit plus zwei Semestern von der Zahlung von Studiengebühren (derzeit 363,36 Euro pro Semester) befreit. Diese "Toleranzsemester" stehen sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium zur Verfügung. Wer sie also im Bachelor-Studium verbraucht hat, kann im Masterstudium auf zwei neue zurückgreifen. In Diplomstudien gibt es die beiden Toleranzsemester pro Studienabschnitt. Trotz Überschreitung dieser Zeit ebenfalls nicht zahlen mussten bis zum Sommersemester 2018 auch berufstätige Studenten. Der VfGH hat diese Befreiung allerdings aufgehoben. Betroffen sind davon rund 23.000 Personen.

Die Universitäten haben sich zuletzt auf eine Art Ersatzlösung verständigt, deren genaue Ausgestaltung aber erst von nur wenigen Unis festgelegt wurde. Dazu müssen sich die durch die neue Gesetzeslage wieder gebührenpflichtigen berufstätigen Studenten um ein Studienabschluss-Stipendium bewerben. Voraussetzung für die Gewährung sind die Einhaltung von (je nach Uni unterschiedlichen) Einkommensgrenzen bzw. Studienfortschritten. Auf das Stipendium besteht auch kein Rechtsanspruch - profitieren dürfte daher nur ein kleiner Teil.

Mit dem Studienjahr 2018/19 tritt außerdem ein einheitliches Matrikelnummernsystem für alle vier Hochschulbereiche (öffentliche Universitäten, Pädagogische Hochschulen, Fachhochschulen und Privatuniversitäten) in Kraft. Damit werden nun an allen Hochschulen (als letzte wurden Fachhochschulen und Privatunis einbezogen) achtstellige Matrikelnummern vergeben: Jeder Student erhält nur eine Nummer, egal an wie vielen Einrichtungen er studiert. Die einheitliche Personen-ID ist auch Grundlage für die Einrichtung von gemeinsamen Studien unterschiedlicher Bildungsbereiche. Außerdem soll so die Mehrfachausstellung von Studentenausweisen vermieden und das Prozedere bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) vereinfacht werden.

Hier steht in diesem Studienjahr wieder ein wichtiger Termin an: Von 21. bis 23. Mai 2019 findet die ÖH-Wahl statt. Die 382.000 Studierenden an den insgesamt 71 Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und Privatuniversitäten sind wieder dazu aufgerufen, ihre gesetzliche Vertretung, also das Studierendenparlament, zu wählen.

Ebenfalls im Sommer 2019 wird die neue Studierenden-Sozialerhebung durchgeführt.

Im Fachhochschulbereich gibt es heuer insgesamt 450 neue Anfänger-Studienplätze für 16 neue Studiengänge bzw. Aufstockungen in drei bestehenden Studiengängen im Bereich der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT).

Die zusätzlichen Zugangsbeschränkungen, die auf den Weg gebracht wurden, werden heuer noch nicht schlagend. Erst im Herbst 2019 sollen Universitäten auch in Jus, Erziehungswissenschaften und Fremdsprachen Aufnahmeverfahren einführen dürfen.

(APA/Red.)

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