Expertin: "Zuwanderung ist nicht kontrollierbar"

Österreich ist für die "Besten" der Zuwanderer nicht attraktiv, sagt die Wirtschaftsforscherin Gudrun Biffl. Nur ein geringer Teil könne über gesetzliche Maßnahmen gesteuert werden.

Univ.-Prof. Mag. Dr. Gudrun Biffl  Photo: Michaela Bruckberger
Univ.-Prof. Mag. Dr. Gudrun Biffl  Photo: Michaela Bruckberger
(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)

Der Wunsch, Österreichs Sozialsystem durch gut ausgebildete, hochqualifizierte Zuwanderer zu stärken, ist für Wirtschaftsforscherin Gudrun Biffl von der Donauuniversität Krems genau das, ein Wunsch. "Der Großteil der Zuwanderung ist nicht kontrollierbar", sagt Biffl gegenüber derstandard.at. Von den 108.000 Zuwanderern, die 2009 nach Österreich kamen, waren nur 8000 aufgrund einer gesetzlichen Steuerung gekommen. Der Rest setzt sich aus EU-Bürgern zusammen, die aufgrund der Niederlassungsfreiheit kommen und gehen dürfen, wie sie wollen. Dazu kommen noch ein geringer Teil Studenten und Asylwerber.

Schlüsselkräfte sind flexibel

Biffl warnt vor überzogenen Erwartungen. Schlüsselkräfte würden nur dorthin gehen, wo ihre Zeugnisse anerkannt werden und es flexible Kinderbetreuung gibt, sagt die Expertin und warnt: "Österreich hat hier noch viel nachzuholen." Und selbst, wenn diese gewünschten Zuwanderer kommen würde, müsse man Bedingungen schaffen, um sie hier zu halten. Aufgrund ihrer Qualifikationen seien derartige "High Potentials" extrem mobil und würden in andere Länder ziehen, die ihnen besser Chancen bieten.

100.000 neue Zuwanderer

Die aktuelle Zuwanderungsdebatte hatte Außenminister Michael Spindelegger ausgelöst. Er hatte in einem Interview mit der Presse erklärt, Österreich benötige 100.000 neue Zuwanderer, um das Sozialsystem langfristig aufrecht erhalten zu können.

(Red.)

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