St. Pölten will Privat-Uni für Medizin

Der St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler plant nach wie vor eine private Med-Uni. Bessere Chancen hat aber das Konkurrenzprojekt des Landes Niederösterreich in Krems, das 2013 starten soll.

Poelten will Privat
Poelten will Privat
Privat Uni Pölten – www.bilderbox.com

Die Gemeinde St. Pölten plant eine private Medizin-Universität in der Landeshauptstadt. Am Montag hat der St. Pöltner Gemeinderat eine einstimmige Resolution für die Uni verabschiedet. Damit soll das Projekt "Medizinische Privat-Universität" in St. Pölten gerettet werden.

Die Chancen dürften praktisch null sein, denn das Land vergab die dafür nötigen Praktikumsplätze an die künftige Medizin-Uni in Krems, die das Land Niederösterreich Mitte Jänner angekündigt hat. Die "Private Medizin-Uni Krems" soll 2013 eröffnet werden. 

Problem: Nicht genügend Praktikumsplätze

Als das Konkurrenzprojekt publik gemacht wurde, war die Enttäuschung in der Landeshauptstadt groß. In St. Pölten war nämlich ebenfalls eine private Medizin-Uni geplant worden. Als Standort wäre das ehemalige Gebäude der Gebietskrankenkasse zur Verfügung gestanden. Die Uni hätte als Träger die Sigmund-Freud-Privatuniversität in Wien gehabt.

Doch die notwendigen 80 Praktikumsplätze haben die niederösterreichischen Landeskliniken (LKNOE) an die geplante Uni in Krems vergeben. Da nur begrenzte Plätze zur Verfügung gestanden seien, hätten sich Landeskliniken für eines der beiden Projekte entscheiden müssen. Daher sei die Entscheidung für Krems gefallen, sagte LKNOE-Holding-Geschäftsführer Robert Grießner.

"Med-Uni Projekte schließen sich nicht aus"

Trotzdem sieht das St. Pöltner Stadtoberhaupt Matthias Stadler die Chancen für eine Med-Uni in St. Pölten gewahrt: "St. Pölten ist aufgrund der bestehenden Infrastruktur, der Bedeutung, der zentralen Lage und der Verkehrssituation ein überaus geeigneter Standort. Die Etablierung der Universität für Gesundheitswissenschaften in Krems schließt die Errichtung einer medizinischen Universität in St. Pölten nicht aus", sagt Stadler.

Die Etablierung einer zweiten Medizin-Uni neben der in Krems werde auch deshalb als sinnvoll erachtet, weil sich "zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten ergeben" würden und "dem vom Land Niederösterreich konstatierten Ärztemangel somit nachhaltig entgegengewirkt werden könnte".

Dazu komme, dass die Sigmund Freud Privatuniversität "im Gegensatz zu anderen Projekten" bereits über eine Akkreditierung als Medizin-Fakultät verfüge und keine öffentlichen Gelder aufgewendet werden müssten. Die Medizinische Fakultät würde privatwirtschaftlich finanziert - aus Studiengebühren, Forschungsmitteln und Kooperationen mit der medizintechnischen Industrie.

TU und Med-Uni Wien als Kooperationspartner

Das Land Niederösterreich hat sich mit seinen Kooperationspartnern wie etwa der Technischen (TU) und der Medizinischen Universität Wien (MUW) für eine Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems entschieden. Ein entsprechendes Memorandum wurde Mitte Jänner unterzeichnet. Die ersten Studierenden sollen im Oktober 2013 Einzug an der neuen Uni halten.

(APA/Red.)

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