Cafe Rosa: Pleitegeier über antikapitalistischem Lokal?

Der Cafe-Betrieb des umstrittenen ÖH-Lokals wird ausgelagert. Die Hochschülerschaft der Uni Wien will aber weiter inhaltliche Projekte machen.

Cafe Rosa Pleitegeier ueber
Cafe Rosa Pleitegeier ueber
(c) Fabry

Die Eröffnung des u.a. "antiklerikalen" und "antikapitalistischen" Studibeisls "Cafe Rosa" durch die rot-grüne HochschülerInnenschaft (ÖH) der Universität Wien hatte im Mai 2011 für harsche Kritik von der konservativen Opposition gesorgt. Beinahe ein Jahr später soll das mit 400.000 Euro von der Uni-Vertretung geförderte Studentencafe schwer verschuldet sein und vor der Schließung stehen: Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) sieht nach einem Bericht der "Kronen Zeitung" (Freitagausgabe) den "Pleitegeier" über der ÖH schweben. Die ÖH Uni Wien beschwichtigtC: Der Cafe-Betrieb soll zugunsten mehr inhaltlicher Projekte ausgelagert werden, das Lokal aber erhalten bleiben.

Die Projekte von politischen Veranstaltungen über Lese- und Lerngruppen von Studierenden funktionieren sehr gut, so Kübra Atasoy (Verband Sozialistischer Student_innen, VSStÖ) vom ÖH-Uni-Wien-Vorsitzteam. Die ÖH - allen voran das Vorsitzteam, das Wirtschaftsreferat sowie einzelne Sachbearbeiter - könne sich aber abseits davon "zu wenig einbringen, weil der Cafe-Betrieb massiv Ressourcen bindet". Zudem sei das Lokal zwar "zu Kernzeiten der Studierenden gut gegangen", an Wochenenden aber weniger.

Cafe-Betrieb wird ausgelagert

Nach dem Ausscheiden beider Geschäftsführerinnen sei man "in eine schwierige Situation" gekommen - und habe die Entscheidung getroffen, den Cafe-Betrieb künftig einem kommerziellen Betrieb zu überlassen, aber weiterhin Miete und Betriebskosten zu übernehmen. "Der ÖH Uni Wien ist es wichtiger, inhaltlich den Raum zu bespielen", so Atasoy. Die Angestellten mussten entlassen werden, sollen aber möglichst vom neuen Betreiber wieder aufgenommen werden. Interessenten gäbe es bereits. Noch bis Ende März hat die ÖH die Gewerbeberechtigung, bis dahin soll das "Cafe Rosa" mit verkürzten Öffnungszeiten und unentgeltlich arbeitenden ÖH-Mitarbeitern als ehrenamtliches Projekt weitergeführt werden.

(APA)

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