Kulturmanager: Zwischen Traum und Wirklichkeit

Serie Traumberuf: Kunst zu vermitteln, zu vermarkten, verkaufen oder überhaupt bekannt zu machen - das scheint auf den ersten Blick eine spannende Sache zu sein.

Symbolbild
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Kulturmanager: Zwischen Traum und Wirklichkeit – (c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)

Vom Künstlerkollektiv über den Kulturverein bis hin zur Aktiengesellschaft – so zahlreich die Kunst- und Kulturbetriebe sind, so unterschiedlich präsentieren sie sich in ihrer Form. Der gemeinsame Nenner besteht im wachsenden Bedarf an professionellem Kunst- und Kulturmanagement, um die wirtschaftliche Basis künstlerischen Schaffens zu sichern.

Gefordert ist sowohl künstlerisches Verständnis als auch ein hohes Maß an unternehmerischem Denken, Repräsentations– und Verkaufsfähigkeit. Ob als Freiberufler oder als Angestellter im Agenturwesen, ob in der Kulturverwaltung des öffentlichen Dienstes oder als Zuständiger für Sponsoringprojekte oder Foundations in großen Wirtschaftsunternehmen – Kulturmanagern stehen vielfältige Arbeitsmöglichkeiten offen. Die dafür notwendigen Kompetenzen werden zumeist von Personen mit Vorbildung im Kultur– und Medienbereich in Form von Weiterbildungsmaßnahmen erworben.

 

Intensive Vernetzung

„Die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt steigen. In unserem Berufsfeld gibt es in den letzten Jahren eine starke Tendenz zur Professionalisierung“, bestätigt Leonie Hodkevitch, Leiterin des Zertifikatskurses Kulturmanagement am Institut für Kulturkonzepte (IfK). „Die Zeiten des Learning by Doing sind vorbei“, sagt auch Karin Wolf, die Leiterin des IfK. „Führungskräfte im Kulturbetrieb müssen in der Lage sein, ihre Aufgabe im permanenten Spannungsfeld von Utopie und Praxis zu erfüllen. Sie sind immer gefordert, hohe künstlerische Ansprüche und Ideale auf einer pragmatischen organisatorischen Ebene umzusetzen.“

Gesetzt wird auf intensive Vernetzung in der Kultur- und Kreativszene, Praxisnähe und renommierte Dozenten. Das Angebot ist flexibel: sieben Seminare nach Wahl, zwei davon aus dem Bereich Personal Skills, maximale Kursdauer von zwölf Monaten bei jederzeit möglichem Einstieg. Neben offenen Seminaren, einer Sommer- und Winterakademie, Jobcoaching und Projektberatung bietet das Institut im Dezember auch einen Zertifikatskurs Kunst- und Kulturvermittlung an. In acht Wochenendmodulen wird von internationalen Dozenten mit Vorträgen, Best-Practice-Beispielen, Diskussionen und Gruppenarbeiten vermittelt, wie Konzepte erstellt und umgesetzt werden.

Einen Speziallehrgang zum Thema „Management von Kulturorganisationen I – Wie Sie Ihren Kulturbetrieb erfolgreich positionieren und vermarkten“ hat die NPO-Akademie Wien im Programm. Die Instrumente der Positionierung von Kulturorganisationen ebenso zu kennen wie die bewährten und innovativen Tools zur Steigerung der Einnahmen sei zur absoluten Notwendigkeit im heutigen modernen Kulturmanagement geworden.

Vermittelt werden unter anderem – anhand von Best-Practice-Beispielen – betriebswirtschaftliche Methoden, mit denen Kulturmanager Betriebe auf dem Markt platzieren und die Einnahmen für ihr Unternehmen signifikant erhöhen können. Die Zielgruppe umfasst Geschäftsführer, Führungskräfte und Mitarbeiter, die sich auf Managementpositionen in Kulturorganisationen (zum Beispiel Theater, Museen, Opernhäuser, Festivals) vorbereiten wollen. Sie erfahren dabei, wie sich der volkswirtschaftliche Nutzen von Kultur ermitteln und sich dieses Wissen zum Erhalt von Kulturförderungen einsetzen lässt. Im Anschluss bietet sich der Folgelehrgang, Kulturmanagement II – Rechnungswesen und betriebswirtschaftliches Entscheiden, an.

 

Das „Dazwischen“ managen

Kulturmanager agieren an der Schnittstelle von Kunst und Kommerz. „Sie sind Experten und Vermittler zwischen unterschiedlichen Systemen und zeichnen sich durch ein hohes Maß an kognitiven, kommunikativen und sozialen Kompetenzen aus“, sagt Otto Hofecker, Vorstand des Instituts für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. „Experten für das Dazwischen“ auszubilden ist das erklärte Ziel des IKM-Universitätslehrgangs Aufbaustudium Kulturmanagement. Auf dem Weg zum Master of Advanced Studies (MAS) durchlaufen die künftigen Führungskräfte im Kulturmanagement vier Semester lang Module zu Themen wie Kulturbetriebslehre, Soft Skills im Management, Kulturtheorie, Rechtsprobleme im Kulturbetrieb oder Berufsfeld Kultur. Dabei spielen im Rahmen des didaktischen Konzepts laut Hofecker insbesondere „selbstverantwortliches Lernen, Diskurslernen sowie Projektorientierung“ eine große Rolle.

TIPP UND LINKS

Veranstaltungstipp:

„Der innovative Kulturbetrieb“ ist das Thema des ersten Kulturmanagement-Forums, das sich als Plattform zu Austausch und Vernetzung von Führungskräften, Entscheidungsträgern, Kreativunternehmern und Kulturmanagern versteht.

Donnerstag, 3.Oktober, von zehn bis 18Uhr, IGA-Raum, Gumpendorfer Straße 63b, 1060 Wien, Veranstaltung des Instituts für Kulturkonzepte.

Web:www.kulturkonzepte.at

www.npo-akademie.at

www.mdw.ac.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.09.2013)

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